Meran - Mit den Gondeln in den Himmel fahren

- Ein Reisebericht -

Jeder Mensch hat Ideen. Manche Menschen sind spontan, andere denken viel nach und wägen alles ab. Ich gehöre zu den Menschen die nicht lange überlegen und regelmäßig alles kurz entschlossen umsetzen. Ich habe meine Frau gesehen und am nächsten Tag haben wir schon zusammen gewohnt. Ich wollte einen Hund und ein paar Stunden später hatte ich einen und einmal wollte ich Lebensmittel kaufen und kam mit einem BMW vom Autohändler zurück. Ich habe für den Wagen viel zu viel bezahlt, aber sogar den spontanen Autokauf habe ich nie bereut! Dieses Auto hatte ich immerhin über 5 Jahre und es hat mir treue und gute Dienste geleistet.

Letztes Jahr im September wollten meine Frau und ich einfach mal ein paar Tage weg aus der Stadt und suchten im Internet nach einem schönen Reiseziel für einen kleinen Ferienhausurlaub. Einfach mal für einige Tage "etwas anderes" sehen. Da ich wegen meiner Flugangst bei vollem Bewusstsein aber kein Flugzeug betrete, schieden also schon mal im vornherein mindestens 180 aller 194 gelisteten Staaten der Erde aus. Die Wahl fiel schnell auf Italien und in einem Kopf an Kopf Rennen setze sich das kleine Merano in Südtirol gegen das große Rom durch.

Die Anreise mit dem Auto dauerte etwa 5 Stunden und schon nach dem Brenner wurde die Vorfreude auf diese wundervolle Landschaft bei uns beiden immer größer! Gegen Nachmittag erreichten wir die in einem Talkessel liegende Stadt Meran. Meran ist mit knapp 40.000 Einwohnern nach der Landeshauptstadt Bozen die zweitgrößte Stadt Südtirols. Wir haben im Internet für 70 Euro/Tag ein Doppelzimmer mit Frühstück bei Familie T. auf einem Landgut gebucht. Uns erwartete eine wundervolle Mischung aus Landhaus und Gasthof und noch dazu mit Swimmingpool.

Obwohl wir nur einen Urlaub in der Ferienwohnung gebucht haben, war ein ausgezeichneter Zimmerservice im Preis mit enthalten. Die FeWo hat unsere Wünsche vollkommen erfüllt und sah sogar besser aus als auf den Bildern im Internet. Die Familie T. ist absolut liebenswürdig und die Wirtin war schon nach wenigen Tagen prächtig in die Rolle der Ersatzmutter hineingewachsen. Nachdem man wirklich ausgiebig gefrühstückt hat und die Wirtin überzeugen musste, das ein menschlicher Großstadtmagen nur begrenzte Mengen an Eiern, Tiroler Speck und unzähligen Käse- und Wurst aufnehmen kann ging es endlich los auf Erkundungstour.

In Meran selber hat man an einem Tag eigentlich alles Sehenswerte gesehen. Wer einen Besuch in Meran plant, sollte möglichst zur Äpfel-Erntezeit im September dort hinfahren. Überall duftet es zu dieser Zeit herrlich nach Äpfeln. Jeder achte Apfel, welcher in Europa verkauft wird, kommt übrigens aus der Region in Südtirol. Meran hat eine wunderschöne und sanierte Altstadt mit einer tollen Einkaufsstraße und vielen kleinen Läden wo sie von der Schafsmilchseife über echten Balsamico bis hin zu professionellem Outdoor Zubehör alles finden. Die von einem Mailänder Designer entworfenen Meraner Therme sorgen für Erholung pur und sind auf jeden Fall einen Besuch wert. Den besten Haselnuss Latte Macchiato genießen Sie ebenfalls in der Innenstadt im Café Loacker. Richtiges Südeuropaflair kommt jedoch immer samstags auf, dann ist nämlich der große Wochenmarkt am Meraner Bahnhof für den Sie 2-3 Stunden einplanen können, es werden Waren jeder nur erdenklichen Art angeboten, auch das Handeln ist möglich.

Nun zum eigentlichen Highlight: Der Meraner Höhenweg! Wer sich vornimmt den gesamten Wanderweg zu wandern der sollte ungefähr 7 ganze Tage einplanen. Übernachtungsmöglichkeiten sind in zahlreicher Form in Wanderhütten vorhanden und in Wanderkarten eingezeichnet. Wir entschlossen und für die "Light Variante" und einen Tagestreck von der Nachbarstadt Naturns aus. Mit der Gondel und über 20 weiteren mutigen Menschen ging es 5 Minuten lang 2500 Meter hinauf in die Berge. Die wahnsinnige Angst die ich Anfangs hatte wich jedoch schnell in ungläubiges Staunen. Der Anblick, der sich schon während der Fahrt bot, war einfach nur wunderschön und unglaublich!

Der Meraner Höhenweg ist als Nr.28 gekennzeichnet und die gute Beschilderung hält einen auf dem richtigen Weg. Wir haben traumhafte Ausblicke genossen, sind unzählige Treppenstufen auf und ab gelaufen und eine abwechslungsreiche Landschaft genossen. Festes Schuhwerk wie Wanderschuhe mit einer starken Sohle sind unbedingt notwendig! Stellen Sie sich vor: Eltern schicken erst die Milch in das Tal und anschließend ihre Kinder zum Schulunterricht - und das mit dem dortigen "Hauptverkehrsmittel", einer Gondel! In der Idylle Südtirols der ganz normale Alltag.

Irgendwann gegen Abend sind wir total glücklich aber erschöpft im Tal angekommen. Die Gondel war zwar ein tolles Erlebnis, einmal reicht jedoch. Im Nachhinein wäre ich lieber gefahren, der Abstieg zu Fuß ist nach so einem Tag anstrengender als der Aufstieg.

Ausgehungert und erschöpft haben wir die "Pizzeria Tanner" entdeckt. Ich habe in meinem Leben nicht so eine Pizza gesehen wie dort! Der Durchmesser erinnert stark an eine 17 Zoll Felge und ich musste mich überzeugen dass es sich um eine Speisekarte und kein Grundbuch handelt - köstlich war sie noch dazu! Zu empfehlen sind auf jeden Fall noch die "Pizzeria Maia" (köstliches Tiramisu) und die riesige Brauereiwirtschaft "Forst". Wenn sie von Meran nach Naturns fahren kommen sie am Wirtshaus Forst vorbei. Es verfügt über einen gigantischen Biergarten und ebenso große Haxen.

Die Rückfahrt traten wir mit gemischten Gefühlen und einem bis zum Rand gefüllten Kofferraum mit kulinarischen Köstlichkeiten an. Kaum ist man aus Meran herausgefahren, fängt man schon an die Stadt zu vermissen. Dieser Urlaub ist uns in Erinnerung geblieben und man denkt oft daran, gerade wenn man in einer hektischen Großstadt lebt.

Mati

Merano

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