Merseburg

- Ein Reisebericht -

Es ist ein Gefühl als hätte man eine Zeitreise gemacht: Nicht hundert Jahre, sondern tausend Jahre zurück in die Vergangenheit. Und dabei erinnern einen Mauern, Türme, Schloss und Kirche nicht etwa an eine finstere Vorzeit, nein, hier darf man das Mittelalter getrost als märchenhaft bezeichnen. Gelegen an der Saale hatte sich hier im Mittelalter eine Metropole entwickelt, die bis heute in ihrer erstaunlichen Schönheit erhalten ist. Und dabei trifft man keinesfalls auf eine eilige Großstadt, die bemüht ist, ihre Vergangenheit abzustreifen, sondern eher auf eine gemütliche kleine Stadt, die mit Stolz das präsentiert, was sie einst so bedeutsam und reich machte: das Mittelalter.

Pension der ganz besonderen ART

Die Unterkunft, die uns das Tourismusbüro vermittelt hat, stellt sich als eine "Pension der ganz besonderen ART" heraus, wobei dieser Name wortwörtlich genauso zu verstehen ist: Das großgeschriebene ART weißt auf nichts weniger als eine schier übermächtige Fülle an Kunstwerken hin. In einem stattlichen Stadthaus untergebracht erwarten uns Räumlichkeiten, deren Einrichtung ausschließlich aus Kunstgegenständen zu bestehen scheint. Tische und Stühle aus bizarren, aber funktionalen Stahlkonstruktionen. Möbel aus alten Türen. Und ein Bett aus Gegenständen, deren frühere Verwendung gar nicht mehr erkennbar scheint, zumindest nicht erkannt werden möchte. Ein wahres Kunstatelier. Ein ausgesprochen geschmackvolles Ambiente.

Urlaub in Merseburg - Mittelalter soweit das Auge reicht

Ein nicht weniger eindrucksvolles Ambiente bietet die Stadt selbst Merseburg. Bald verschlägt es uns hinauf zu Dom und Schloss. Durch die Kronen alter Kastanienbäume stielt sich das letzte Sonnenlicht. In einem schwarzen Käfig krächzen Raben. Eine Schautafel erzählt von einer schrecklichen Sage. Gänsehaut breitet sich aus. Wir umrunden den Dom und gelangen in einen imposanten Park. Beim Blick auf die Stadt unter uns beschleicht einen das Gefühl, als stehe man über den Dingen, als wäre man Stadtherr oder Burgherr oder beides.

Von Griechen und Kaisern

Durch das Burgtor geht es schließlich wieder hinunter in die Stadt, die ausgebesserten Stadtmauern entlang durch verwinkelte Gassen. Wir finden einen Griechen, dessen Olympia-Teller samt Ouzo ein fürstliches Abendessen sind. Gehen dürfen wir erst, als wir einen weiteren Ouzo auf Kosten des Wirts getrunken haben. Der Kunde sei hier König, grinst er verschmitzt. Eine Ahnung beschleicht uns. Nicht Stadtherr, nicht Burgherr, nicht Fürst oder König ist man hier. Sondern Kaiser ... Schöne Gedanken. Vielleicht ist es der Ouzo. Vielleicht die erhabene, ehrwürdige Stadt. Als wir aus dem Lokal treten, ist es bereits finster. Die Silhouetten der mächtigen Bauten und trutzigen Türme begleiten uns zu unserem Heim. Geleitschutz für den Kaiser.

Anonym

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