Mit Kind und Kegel unterwegs sein

- Ein Reisebericht -

Montag, der 25. Juli 2011. Endlich ist es soweit. Unsere beiden Söhne Lukas - 12 Jahre und Florian - 5 Jahre - haben in der Nacht schon keine Auge mehr zugemacht. Da wir leider nicht oft gemeinsam in Urlaub fahren können, sind die beiden Jungs umso aufgeregter. Leider ist das Wetter nicht sehr einladend - also werden die Badesachen wieder aus den Taschen gepackt. Nichtsdestotrotz sind wir alle zusammen in Urlaubsstimmung. Eigentlich in Kurzurlaubsstimmung - 3 Tage. Aber wir wollen aus diesen 3 Tagen das Beste herausholen.

Ich frage mich oft - da wir meistens nur Kurzurlaube machen - wieviel Gepäck wir eigentlich mitnehmen würden, wenn wir länger unterwegs wären. Dann heisst es Taschen verstauen, Kinder nicht vergessen und ab geht´s.

Das Ziel unserer Reise ist Donnersbachwald. Wo das liegt? In Österreich - in der Nähe vom Dachstein.

Wir schalten unser Navigationsgerät ein und fahren über den Sölkpaß. Doch je höher wir kommen, desto kälter wird es. Und wer mit Kindern unterwegs ist, weiss, dass da ständig etwas los ist. Also - Sölkpass - der Kleine muß mal. Na dann - alles aussteigen. Keine Toilette weit und breit. Aber dafür Schnee - warum denn nicht. Es ist doch der 25. Juli. Wir sind alle in kurzen Hosen und T-Shirts unterwegs. Mag ja ein tolles Bild abgeben. Gott sei Dank sieht uns niemand - haben wir uns gedacht. Und siehe da - schon kommt ein Auto. Ebenfalls eine Familie mit einem Kind - das auch mal muß.

Nachdem wir alle wieder in warmen Auto Platz genommen haben, geht unsere Fahrt weiter. Endlich angekommen - in Donnersbachwald. JUFA - Jugend und Familie - mit mehreren Hotels in Österreich und auch in Deutschland - ist unser Hotel. Wir haben - da die beiden Jungs ziemlich lebhaft sind - ein Familienzimmer gebucht. Das heisst - wir bekommen 2 getrennte Schlafeinheiten. Wir nehmen die Schlüssel in Empfang und machen uns auf den Weg zu unserem Zimmer. Es gibt 3 Häuser, in welchen die Zimmer aufgeteilt sind. Toll - denken wir uns. Wir mögen es nicht gern, wenn die Zimmer so dicht gedrängt sind. Im Zimmer angekommen sind wir sehr überrascht. Das hat unsere Erwartungen übertroffen. Gleich bei der Türe rein und schon kommt man ins Zimmer Nummer 1. Das ist ein Zimmer mit einem Stockbett und einem Kleiderschrank. Das Bad (Dusche mal mit einer Glaswand und keinem Duschvorhang) und das WC sind räumlich getrennt. Das ist ebensfalls sehr angenehm. Das Zimmer Nummer 2 ist mit einem Doppelbett, einem Kleiderschrank, einer Bank und zusätzlich einem Tisch mit Stühlen eingerichtet. Aha - Schlafgelegenheit Nummer 2 - haben wir uns gedacht. Doch siehe da - es geht noch eine Treppe auf eine Galerie - nochmals 2 Betten und ein Kleiderschrank.

Soviel Platz hatten wir noch nie - das/die Zimmer haben die Größe einer Wohnung. Auch einen Balkon dürfen wir während des Aufenthaltes unser Eigen nennen.

Die Dame an der Rezeption händigt uns auch noch die Dachstein-Card aus. Sie erklärt uns, dass damit viele Attraktionen kostenlos sind, ein Teil zum ermäßigten Preis. Na also - keine zusätzlichen Ausgaben für Freibäder, Bergbahnen und dergleichen. Da lacht doch unser Herz. Gleich packen wir unsere Kinder zusammen und fahren zum Sessellift. Dort finde genau an diesem Tag eine Schatzsuche statt. Na dann. Mit dem Sessellift geht´s für ca. 15 Minuten aufwärts. Die Jungs sind mit einer Karte ausgestattet, in welche 6 Zahlen eingetragen werden müssen. Diese Zahlen findet man, in dem man 6 menschengroße Geisterfiguren finden muß. Irgendwo in der Nähe dieser Figuren ist dann jeweils eine Zahl ersichtlich. Gesagt, getan. Nach etwa 1 1/2 Stunden haben wir die 6 gesuchten Zahlen gefunden und stürmen damit ins Bergrestaurant. Dort steht gleich im Eingang eine Schatzkiste mit 6 Vorhängeschlösser. Pro Schloss eine Zahle - dann öffnet sich die Kiste. Und siehe da - die Kiste lässt sich wirklich öffnen. Darin findet sich diverser Kleinkram wie Spritzpistolen, Kreisel und dergleichen. Nach einem kurzen Getränk und mit dem Schatz in der Hand, machen wir uns mit unseren stolzen Jungs zurück ins Hotel, denn da gibt`s von 18 Uhr bis 19 Uhr das Abendessen - in Buffetform. Sehr pünktlich wird die Tür zum Buffet geöffnet. Ich glaube es gibt keine Familie, welche ohne Kinder in diesem Hotel abgestiegen ist. Na Gott sei Dank, dann wird die Lebhaftigkeit unserer Jungs auch nicht auffallen. Und wirklich - ich bedanke mich beim lieben Gott, dass ich so "ruhige" Jungs habe.

Nach dem Abendessen werden sofort Freundschaft geschlossen, denn man kann sich bei der netten Dame an der Rezeption Spiele ausborgen und somit treffen Gleichgesinnte aufeinander. Nach ein paar Runden UNO machen wir uns dann auf den Weg zu unserem Schlafgemach. In den geräumigen Zimmern muss man fast aufpassen, dass man sich nicht gegenseitig aus den Augen verliert. Nach einer eher unruhigen Nacht stürmen wir das Frühstücksbuffet. Von diesem kräftig gestärkt setzten wir uns ins Auto und machen uns auf den Weg zum Dachstein. Dort angekommen sind wir wirklich erstaunt, dass wir für das Vorweisen unserer Dachstein-Card wirklich Fahrkarten für die Gondel auf den Dachstein erhalten - und das kostenlos. Mir wäre es eigentlich lieber gewesen, ich hätte zurückbleiben können, da mich furchtbare Höhenangst plagt. Aber mein Stolz läßt das nicht zu. 60 Personen finden Platz in der Gondel und nach einer Fahrt von etwa 10 Minuten haben wir den Dachstein erreicht. Eine Attraktion ist der Dachstein-Skywalk - eine Glasterrasse. Keine 10 Pferde bringen mich da rauf - mein Mann und meine Jungs aber lassen sich das nicht nehmen. Nachdem sie stolz davon zurückkehren, machen wir eine sogenannte Gletscherwanderung. Es ist Juli, überall ist Schnee und man marschiert trotzdem mit kurzen Ärmeln. Da wir noch nie auf einem Gletscher waren, haben wir auch nicht daran gedacht, eine Sonnenbrille mitzunehmen. Anfangs ist es sehr schwer, die Augen offenzuhalten, da der Schnee sehr blendet. Nach einer gewissen Zeit gewöhnt sich doch auch das Auge daran und man kann problemslos sehen. Wir wandern etwa 2 Stunden aufwärts - immer dem Menschenstrom nach. Der Weg abwärts ist dann viel einfacher. Einfach ein Einkaufssackerl nehmen, draufsitzen und es geht im Eilzugstempo bergab. Die Talfahrt mit der Gondel ist Gott sei Dank nach ein paar Minuten wieder vorbei und ich habe wieder sicheren Boden unter meinen Füssen. Auf dem Rückweg zum Hotel fahren wir an einer Sommerrodelbahn vorbei. Besser gesagt, wir wollten vorbeifahren. Mit unseren 2 Jungs jedoch nicht möglich. Also - Parkplatz suchen, Tickets kaufen und mit dem Rodel rauf auf den Berg. Dieses Mal ziehe ich mich doch geschickt aus der Affäre und lasse die Männer unter sich. Jemand muss ja schliesslich auch ein Foto machen, wenn sie ins Ziel einfahren. Na dann, opfere ich mich dafür. Nach der Rodelfahrt noch ein leckeres Eis in der Ortschaft und dann nichts wie zurück ins unser Hotel. Ein wenig chic machen und wieder das Buffet stürmen - wie gehabt.

Mittwoch, 27, Juli 2011: leider ist der Abreisetag schon wieder da - keine Kunst bei 3 Tagen. Aber wir fahren nicht gleich nach Hause, sondern fahren nach dem Frühstück noch auf die Planai. Gott sei Dank ist da kein Schnee - eine wunderschöne Wanderung - etwas 2,5 bis 3 Stunden. Das letzte Stück vor dem Gipfelkreuz ist dann nur noch ein Stahlseil gespannt. Daran kann man sich entlanghanteln - wenn man möchte. Ich möchte natürlich nicht. Unser 5-jähriger Sohn ist enttäuscht, dass er da auch nicht rauf darf und zeigt seinem Unmut mit einem Gesicht, das Bände spricht. Lukas dagegen ist schon vorgeeilt und winkt ganz stolz vom Gipfelkreuz herunter. Alle Achtung denk ich mir - bin stolz auf dich. Ich hätte mich das nicht getraut. Nach dem Abstieg zur Mittelstation und einer typischen Almjause fahren wir gemütlich zurück zur Talstation. Alle einsteigen - es geht ab nach Hause. Vorerst ist es noch laut im Auto. Die Jungs übertreffen sich gegenseitig mit ihrem Geschnatter.

Nach ein paar Kilometer wird es jedoch verdächtig ruhig. Florian hat zwar gegen den Schlaf angekämpft, aber leider verloren. Die nächsten 2 Stunden wird es dann wohl ruhig sein im Auto - warum auch nicht.

Das war unser Kurzurlaub 2011 - ich denke wir haben das Beste aus den 3 Tagen gemacht!

Barbara K.

Donnersbachwald

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