Mit dem Auto in mein Lieblingsurlaubsland Kärnten reisen

- Ein Reisebericht -

Kärnten

Jedes Jahr, wenn der Sommer ins Land zieht, hält mich nichts mehr. Dann packe ich mein Reisegepäck ins Auto und begebe mich über die Autobahn München-Salzburg auf den Weg nach Kärnten. Wenn ich das Glück habe, die Tauernautobahn staufrei passieren zu können, atme ich erst einmal auf. Kurz darauf begrüßt mich auch schon ein Willkommensschild der Tourismuswerbung des Landes Kärnten. Seit vielen Jahren verbringe ich meinen selbstorganisierten Urlaub in dieser schönen Gegend. Die wunderbare Landschaft, mit ihren Bergen und zahlreichen Seen, die übrigens alle Trinkwasserqualität besitzen, fasziniert mich immer wieder aufs Neue.

Mittlerweile habe ich in Kärnten Freunde gefunden und bin in Villach zu Gast bei netten Menschen.

Villach ist die zweitgrößte Stadt Kärntens und liegt an der Drau. An deren Ufern kann man über eine lange Strecke bequem spazieren gehen.

Wunderbar entspannen lässt es sich auf dem Hauptplatz von Villach, zahlreiche Cafes laden dort zum Verweilen ein. Im August wird hier das größte Brauchstumsfest Österreichs, der Villacher Kirchtag, ausgerichtet. Dann verwandelt sich die Innenstadt in ein einziges, großes Festgelände.

Der mit 2.166m höchste Berg um Villach ist der Dobratsch. In unmittelbarer Nähe befindet sich ein großes Skifahrgebiet, die Gerlitzen.

Einen herrlichen Blick auf Villach und Teile des nahe liegenden Ossiacher Sees, hat man von der Burgruine Landskron aus. In der nahe gelegenen Greifvogelwarte wird eine Adlerflugschau angeboten.

Von Villach aus erreicht man schnell die umliegenden Seen, wie den Faaker See, den Magdalenensee und den Ossiacher See.

Ganz besonders gerne bin ich am Südufer des Ossiacher Sees. Dort bildet das Ossiacher Stift mit seiner prächtigen, spätbarocken Kirche aus dem 11. Jahrhundert den Hauptanziehungspunkt. Hier wird jedes Jahr mit einer Reihe musikalischer Veranstaltungen der Carinthische Sommer eröffnet.

Nun möchte ich Kärnten von einer anderen Seite zeigen, abseits touristischer Pfade, mit einmaligen Sehenswürdigkeiten, die in keinem Reiseführer verzeichnet sind.

Was wäre dieses schöne Land ohne seine netten, mitunter liebenswert-kauzigen Menschen?

Einen von ihnen möchte an dieser Stelle näher vorstellen. Es handelt sich um meinen langjährigen guten Freund, den Unfallchirurgen Dr. Wolfgang Lausegger. Er betreibt in Villach-Unterwollanig seit ca. 20 Jahren mit großem Engagement einen privaten Tiergnadenhof. Bei ihm finden hunderte Tiere ein Zuhause, das sind Enten, Gänse, Hühner, Katzen, Kühe, Pferde, Schweine und Ziegen. Diese Tiere wurden abgegeben, weil sie niemand haben wollte. Andere konnten gerade noch rechtzeitig vor dem Schlachthof gerettet werden. Auf dem 15 Hektar großen Gelände können sie in aller Ruhe die Zeit bis zu ihrem Lebensende verbringen. Keines der Tiere wird jemals geschlachtet.

Ein ganz besonderes Erlebnis stellt der Besuch bei einem Braunbären im Kenny-Bear-Land dar.

In dem kleinen Ort Müllnern, unweit von Villach, befindet sich eines der schönsten Bärengehege Europas.

Hier lebt der 20-jährige Braunbär Kenny ganz allein. Der Bär wurde am 29. Januar 1992 im Zoo Ljubljana geboren und sollte dort aufgrund der fehlenden Infrastruktur eingeschläfert werden. Kenny hatte Glück, er kam nach Kärnten und wurde mit der Flasche aufgezogen. Da der Bär an Menschen gewöhnt ist, kann er nicht mehr in der freien Natur ausgesetzt werden.

Es finden ca. zwei Führungen pro Woche statt, die von der Tierpsychologin und Buchautorin Frau Martina Mickie Sommeregger durchgeführt werden. Mickie hat Kenny aufgezogen und das Projekt von Anfang an begleitet.

Absoluter Höhepunkt der Führung war für mich die Fütterung des Braunbären. Wer möchte, kann Kenny, der hinter einer Absperrung sitzt, ein Leckerli zustecken. Dieses wird zwischen Daumen und Zeigefinger gelegt und Kenny nimmt es ganz vorsichtig mit seiner Zunge ab. Es ist ein schönes Gefühl, die raue Bärenzunge zu spüren. Natürlich ist Mickie die ganze Zeit über mit dabei.

Egal, wo man sich in Kärnten aufhält, es ist überall wunderschön. Deshalb geht es im nächsten Jahr auch wieder dorthin auf die Reise. Ich habe längst noch nicht alles gesehen und freue mich darauf, Neues zu entdecken.

Villach

Kerstin Wagner