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Nilkreuzfahrt mit einem Kleinkind

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- Ein Reisebericht -

Immer wenn ein Jahr dem Ende entgegengeht, überlegen mein Mann und ich, wohin uns unser Familienurlaub im nächsten Jahr führen wird. Als mein Mann dann Anfang 2008 meinte, er hätte einen tollen Urlaub "gefunden" und er mich fragte, ob wir nicht mal eine Nil-Kreuzfahrt buchen sollen mit anschließendem einwöchigem Badeurlaub, war ich gleich Feuer und Flamme. Das hörte sich doch mal richtig gut an.

Von Assuan und wieder zurück . Ja, das wäre doch mal ein Urlaub mit dem gewissen "Extra*.

Gut, unsere Familie - sprich Eltern und Schwiegereltern - waren eher skeptisch, als wir ihnen unsere Pläne mitteilten. Denn zu diesem Zeitpunkt war unsere Tochter 21/2 Jahre alt, wir planten den Urlaub für September und gerade meine Mutter meinte, das wäre absolut kein Urlaub für so ein kleines Kind. Außerdem sei es da viel zu heiß.

Nun ist meine Tochter aber ein absolut unempfindliches Kind und mein Mann und ich keine Probleme sahen, haben wir dann eine Nil-Kreuzfahrt gebucht.

Im September 2008 war es dann so weit, wir bestiegen in Frankfurt das Flugzeug und landeten gut 41/2 Stunden später auf dem Flughafen von Luxor. Der Flughafen ist schön klein und beschaulich und nach den Einreiseformalitäten, die erfreulicherweise sehr schnell und unkompliziert durchgeführt wurden, traten wir dann aus dem Flughafengebäude. Sicher ... es schlug uns eine Hitze entgegen, die wir so aus Deutschland nicht kennen. Da wir ja im Landesinneren gelandet waren, war es eine trockene Hitze, die aber durchaus angenehmer sein kann als die feucht-heißen Temperaturen, die uns eine Woche später in Hurghada erwarten würden.

Dafür wurden uns aber von unserem Reiseveranstalter beim 1. Schritt aus dem Flughafengebäude gleich schon für jede Person Wasserflaschen gereicht, die natürlich sehr willkommen waren.

Nach dem Transfer auf das gebuchte Schiff "Semiramis 2" konnten wir uns erst mal in aller Ruhe umschauen, denn wir waren mit die ersten Gäste, die auf dem Schiff angekommen waren und mussten noch auf andere Mitreisende warten. Und ablegen sollten wir eh erst am nächsten Tag, denn die Nil-Kreuzfahrtschiffe fahren nur tagsüber, abends legen sie jeweils an.

Nil-Kreuzfahrtschiffe haben ihren eigenen Charme. Sie bieten einen gewissen Luxus, der freilich nicht mit einem 5-Sterne-Hotel in Deutschland zu vergleichen ist.

Man fühlt sich aber irgendwie 100 Jahre in der Zeit zurückversetzt, die Einrichtung ist holzvertäfelt, alles ist mit Teppichen ausgelegt, alles wirkt sehr gediegen und einfach charmant.

Es gibt einen Souveniershop an Bord, ein Schmuckgeschäft und auch ein kleines Kleidergeschäft für ägyptische Trachten. Darin würden wir...das wussten wir zu diesem frühen Zeitpunkt freilich noch nicht...später - wie die meisten anderen Touristen auch - noch typische Kleidung für einen ägyptischen Abend an Bord kaufen. Der Shopbesitzer macht bei solchen Fahrten sicher ein gutes Geschäft.

Eine Rezeption, ein großer Speisesaal, eine Baar und ein Swimmingpool an Deck mit Poolbar und vielen Liegen samt kostenlosen Handtuchverleih runden das Angebot ab.

Zwischenzeitlich wurde uns vom Reiseleiter in der Bar der "Semiramis 2" auch schon erklärt, wie die nächsten 8 Tage ablaufen würden.

Die Schiffe der Sunrise Reederei sind ja nicht übergroß, so gibt es auch nur eine überschaubare Anzahl an Reisenden und das Ganze ist sehr sehr gemütlich. Außer unserer Gruppe waren noch einige englische Touristen mit an Bord sowie eine ägyptische Familie, die privat unterwegs war.

Die Ausflüge während der Nil-Kreuzfahrt werden übrigens gleich in einem Komplettpaket von zu Hause aus mitgebucht. Unsere Gruppe wurde dann für das Ausflugsprogramm zweigeteilt, jede Gruppe bekam für die Dauer der Reise seinen festen Reiseführer und saß auch mittags und abends beim Essen immer auf fest zugewiesenen Plätzen im Restaurant. Beim Frühstück konnte man sich den Platz aussuchen.

Wir hatten Glück, unsere Gruppe war sehr nett und störte sich auch nicht daran, dass wir mit einem Kleinkind unterwegs waren, das nun halt auch nicht immer so ganz ruhig ist.

Unsere Tochter wurde im Übrigen von den Ägyptern auf dem Schiff und auch an Land wie eine Prinzessin behandelt. Anders kann man es einfach nicht sagen.

Die Tatsache, dass unser Kind blonde Haare und blaue Augen hat, mag dazu beigetragen haben. Auf jeden Fall waren die Einheimischen bei ihrem Anblick jedes Mal total entzückt und mehr als einmal wurden wir gefragt, ob man das Kind berühren dürfte, ob man ein Foto von ihr machen dürfe....

Im Foyer des Schiffes stand eine große Tafel, die jeweils den Ausflug für den nächsten Tag, sowie die Uhrzeit anzeigte, wann der Ausflug starten würde und vor allem, wann die Reisenden geweckt werden würden. Das ist nämlich auf den Schiffen üblich, alle Ausflügler werden telefonisch geweckt, damit auch alle rechtzeitig zum Frühstück und dann zum Ausflug erscheinen.

Zu den Ausflügen zählen natürlich das Tal der Könige, die Tempel von Karnak und Luxor, der Tempel von Edfu, Assuan und der Assuanstaudamm.

Ausflüge in den Botanischen Garten von Assuan sowie auch eine typische Felukken-Fahrt gehören ebenfalls zum vorgebuchten Paket dazu.

An einem Tag fanden keine Ausflüge statt, stattdessen genossen wir eine wunderschöne Panoramafahrt die traumhaft schöne Landschaft sowie Eindrücke vom Leben am Nil vom Schiff aus.

Absoluter Höhepunkt der Reise für mich persönlich war ein Ausflug zum Weltkulturerbe Abu Simbel. Dieser Ausflug ist als einziger nicht im Ausflugspaket enthalten und kann auf dem Schiff gebucht werden. Dazu hat man 2 Möglichkeiten, entweder fliegt man nach Abu Simbel. Das geht natürlich recht schnell, ist aber auch richtig teuer.

Stattdessen kann man auch mitten in der Nacht aufstehen, in einen Bus steigen und in knapp 3 Stunden mit einem aus Sicherheitsgründen von Polizei und Militär begleiteten Buskonvoi durch mitten durchs Niemandsland nach Abu Simbel fahren. Diese Variante haben wir gewählt und ausgestattet mit Lunchpaketen haben wir vor diesem gigantischen Bauwerk gestanden und nur noch gestaunt.

Der Ausflug ist das frühe Aufstehen absolut wert, wer je die Möglichkeit hat, Abu Simbel zu besuchen, sollte dies unbedingt tun. Angesichts der Tatsache, dass dieses Bauwerk schon vor Jahrtausenden gebaut wurde und das mit primitivsten Mitteln, kommt man sich in unserer hoch technisierten Welt plötzlich ganz ganz klein vor.

Alles in allem war diese Woche Nil-Kreuzfahrt eine der schönsten, erlebnisreichsten Woche, die ich je erleben durfte. Auch mit unserer kleinen Tochter war es einfach nur wunderschön und wir haben es nie bereut, auch ein so kleines Kind an solch einer Erfahrung teilhaben zu lassen.

Anonym

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