Noch einmal in den einzigartigen Spreewald

- Ein Reisebericht -

Nach beinahe 25 Jahren kam sie plötzlich zurück – die Sehnsucht nach den Urlaubsorten unserer vergangenen Jahre.

Die Zeit seit dem Mauerfall war geprägt von der Neugier nach allem, was uns bis dahin verboten gewesen war. Zuerst „erforschten“ wir damals das wunderschöne Bundesland Bayern, in dem wir uns nach unserer Flucht niedergelassen hatten. Wir reisten längs und quer durch Deutschland, immer auf der westlichen Seite. Sämtliche alten Bundesländer bereisten wir mit unserem Auto (kein Trabi mehr) und lernten bei geführten Busreisen die an Deutschland grenzenden Länder kennen.

Doch in letzter Zeit kam das Verlangen nach der Vergangenheit immer häufiger auf und so entschlossen wir uns, im Herbst 2010 zu einer Reise in die Vergangenheit.

Der Auslöser für die Reise in den brandenburgischen Spreewald war eigentlich die Einladung einer Cousine, die ich nach 50 Jahren übers Internet wiedergefunden hatte. Das war ein Hallo, als wir nach etwa 600 Kilometern Autobahnfahrt in Wildau, südlich von Berlin, ankamen.

Nach einer langen Nacht (50 Jahre wollen aufgearbeitet sein!) entschlossen wir uns zu einer gemeinsamen Spreewaldfahrt. Wir kannten den Spreewald noch aus unserer DDR-Zeit. Doch wie hatte sich das „deutsche Venedig“ herausgeputzt! Ein geschmückter Kahn nach dem anderen bewegte sich durch die natürlichen Wasserstraßen. An den dafür vorgesehenen Halts verkauften nette Damen eine Auswahl heimischer Gurkenhappen, die uns Appetit auf ein baldiges Mittagessen machten. Im Kahn selbst konnte man kleine „Stimmungsmacher“ erwerben. Beim Mittagessen in dem wohl schönsten Spreewalddorf Lehde kamen uns die Erinnerungen an unsere letzte Spreewaldfahrt vor 25 Jahren. Damals hatten mein Mann und ich unsere Mütter zu einer Fahrt in diese schöne Gegend eingeladen. Nach der Kahnfahrt mussten wir leider das versprochene Mittagessen ausfallen lassen, weil die wenigen Lokale chancenlos überfüllt waren. Mit hungrigen Mägen kamen wir damals nach Dresden zurück und suchten schnell noch etwas Essbares im eigenen Kühlschrank.

Das brauchten wir heute nicht tun. Ein großes Angebot an Speisen im Gasthaus „Zum fröhlichen Hecht“ machte uns die Auswahl schwer. Danach besichtigten wir noch die riesige Auswahl an farbigem Keramikgeschirr. Wieder schwirrten uns Vergleiche mit den früheren DDR-Erlebnissen im Kopf herum. Hört denn das nie auf!

Ich wollte damals in dem einzigen Dresdner Laden, der nur freitags eine Lieferung von blauem Keramikgeschirr bekam, ein Geschenk für die Westverwandtschaft erstehen. Aber wie üblich, wieder mal war der Weg vergeblich gewesen.

Jetzt jedenfalls kauften wir uns ein hübsches Souvenier, nahmen noch ein paar echte Spreewälder Gurken mit und fuhren zurück nach Wildau, wo wir noch ein paar schöne Tage verlebten.

Über die Weiterfahrt zur Insel Rügen werde ich in einem gesonderten Reisebericht schreiben.

Anonym

Wildau

Spreewald

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