Paris

- Ein Reisebericht -

"Aufgrund eines technischen Ausfalls..." Im Flieger ist alles still. Jeder scheint die Luft anzuhalten. "...unserer Kaffeemaschine können wir Ihnen heute leider weder Kaffee noch Tee anbieten." Ein deutliches Ausatmen ist zu hören. Die Anspannung weicht schnell einem Grinsen auf unseren Gesichtern. Monde fou! Die nächsten Tage dieses selbstorganisierten Urlaubs können da doch nur lustig werden!

Als wir keine 70 Minuten später auf dem Aéroport Charles de Gaulle landen, sind die Wolken verschwunden. Sonnenlicht durchflutet alles. Nirgends Schnee. Dabei ist es Februar und Deutschland unter einer dicken Schneedecke verschwunden. Wir reiben uns die Augen: Sind wir wirklich in Paris oder aus Versehen ein bisschen weiter südlich gelandet? Wir flüchten vor ein paar hartnäckigen Taxifahrern und finden schließlich den Aéroport Shuttle. Nach einem Umstieg in die überfüllte RER, der Pariser U-Bahn, und einer schweißtreibenden halben Stunde kämpfen wir uns im Stadtteil Luxembourg hinaus. Im lauen Sonnenlicht sehen wir uns um: Hohe, alte Bauten mit kleinen, eisernen Balkonen. Kleine, gemütliche Straßenläden mit großen Glasfenstern. Auch unser Hotel mit dem Namen Hôtel des Mines am Boulevard Saint Michel kommt sehr französich daher, klein und apart. Unsere Zimmer sind oben, vierte Etage mit Fenstern zu einem noch kleineren Innenhof. Später am Abend schlendern wir ein wenig durch unser Viertel. Es wird kühl. Schließlich landen wir vor dem Panthéon, der Ruhmeshalle. In einem Straßencafé genießen wir den herrlichen Abend, natürlich mit einer ziemlich kleinen Portion Kaffee.

Am nächsten Morgen ist es aber die Größe, die uns beeindruckt. Wir stehen mitten im Notre Dame. Riesige Glasfenster werfen buntes Licht auf die unzähligen Menschen, die sich in der Kathedrale tummeln. Mächtige Steinsäulen stützen das Gewölbe, das wie ein düsterer Himmel über uns zu schweben scheint. Auch als wir später die Seine entlang gen Louvre laufen, beeindruckt das Bauwerk in unserem Rücken immer noch. Doch wenig später treffen wir vor und dann auch im französischen Staatsmuseum auf eine Masse an Menschen, mit der wir nicht gerechnet hatten. Über eine Stunde stehen wir vor der Glaspyramide an. Dafür sind wir umso erfreuter, als man uns dann mitteilt, dass unter 25 Jahren der Eintritt frei wäre. Und natürlich führt uns der Weg zuerst zu da Vincis Mona Lisa. Doch so richtig vermag uns dieses Meisterwerk nicht in seinen Bann zu ziehen. Vielleicht sind es einfach zu viele Menschen, die sich um das Werk drängen. Wir schlendern weiter. Riesige Gemälde italienischer und französicher Maler, afrikanische Skulpuren, ägyptische Sarkophage, griechische Statuen. Drei Stunden später verlieren wir uns fast in den weitläufigen Gängen. Schließlich landen wir bei der Venus de Milo, um die sich nicht weniger Menschen scharren als um da Vincis Meisterwerk. Für Kunstliebhaber scheint hier der Himmel auf Erden. Aber selbst wir verlassen mit einem erhebenden Gefühl den Louvre. Wir sind beeindruckt. Vielleicht sind wir aber auch erleichtert dieser Fülle an Eindrücken entkommen zu sein. Später, als wir unterm Eiffelturm landen, schmerzen uns die Füße. Doch der leuchtende Anblick bei Nacht und der phänominale Ausblick entschädigen für alles. La vie est belle...

Der nächste Tag führt uns in die Galerie Lafayette. Langsam arbeiten wir uns die sieben Stockwerke unter der Goldkuppel durch alle nur erdenklichen Modemarken, Designerprodukte, Souveniers und sogar Gewürzspezialitäten hoch und landen schließlich auf einer Aussichtsplattform. Wenig später sind wir noch ein klein wenig höher über der Stadt - knapp 300 Stufen in einer engen Wendeltreppe oder 50 Meter - auf dem Arc de Triomphe. Wir staunen über den Kreisverkehr unter uns. Scheinbar ohne Regeln wälzt sich eine Blechlawine durch die Innenstadt. Vor uns entdecken wir die Pariser Prachtstraße, Champs elysees: Zehn Spuren und gerade als hätte man ein riesiges Linial angelegt. Keine halbe Stunde später schlendern wir durch die Luxusmeile. In den Schaufenstern lesen wir Preise, die uns mehr faszinieren als abschrecken. Schwarze Bedienstete öffnen Besuchern vorm Luis Vuitton die Türen. Unsicher gehen wir weiter. Später am Tag, als wir dann in einem kleinen italienischen Restaurant landen, sind wir ganz froh, der Prachtstraße entkommen zu sein. Ganz unfranzösich essen wir Pizza, testen unsere Französichkenntnisse und freuen uns, dass die Preise hier eher unseren Vorstellungen entsprechen. Bon appetit!

Etwas verschlafen wachen wir am vierten Tag auf. Der gestrige Abend war nach dem italienischen Essen doch noch etwas französischer (was wohl dem guten Wein zu verdanken ist) und länger geworden. Wir gähnen. Da ist ein kleiner Spaziergang im Jardin du Luxembourg genau das Richtige. Der Park - übrigens einer der bekanntesten und beliebtesten der Stadt - liegt fast vor unserem Hotel. Nächtlicher Regen hatte Kühle und Frische gebracht. Vor dem achteckigen Teich setzen wir uns in bereitstehende Stühle. Vor uns liegt das Schloss, der Palais du Luxembourg. Im Wasser turnen Vögel. Als sich dann auch langsam die Sonne durch die schweren Wolken stiehlt, möchte man fast hierbleiben. Ein wenig wehmütig erheben wir uns aus den Stühlen. Ja, Paris hat einen einzigartigen Charakter! Kein Wunder, dass so viele von der Stadt schwärmen. Une ville agréable et trés unique, peut-être magique...

Anonym

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