Paris, je t'aime

- Ein Reisebericht -

Als uns die Abenteuerlust mal wieder packte und meine Tochter und ich beschlossen, dass es wieder Zeit ist, eine europäische Metropole zu erkunden, fiel unsere Wahl auf das Reiseziel Paris. Spontan klinkten sich noch ein Freund von mir und eine Freundin meiner Tochter ein, so dass wir eine dufte Truppe waren für unseren Urlaub. Um rundum freie Wahl zu haben, entscheiden wir uns oft dafür, unsere Reisen selbst zu organisieren, wie auch dieses Mal. Entgegen unserer üblichen Fortbewegungsfavoriten Flugzeug, Bus oder Auto, versuchten wir es zur Abwechslung mal mit dem Zug. Diese Anreiseart hat uns viel Spaß bereitet und wir konnten schön relaxen, aus dem Fenster schauen und den Vorteil genießen, garantiert nicht im Stau zu stehen. Zumal in Deutschland der ICE schon recht flott unterwegs war, in Frankreich der TGV uns in wirklich rasanter Fahrt ans Ziel brachte.

Alle Züge, mit denen man aus Deutschland in Paris ankommt, enden am Ostbahnhof Gare de l’Est. Ein Getümmel aus den unterschiedlichsten Nationen verschluckte uns und wir versuchten uns erst kurz zu orientieren. Unser Handicap, niemand war des Französischen mächtig, war kein wirkliches Problem. Angeblich sollen die Franzosen ja darauf bestehen, dass man sie auch in ihrer Landessprache anspricht, in Paris jedenfalls ist das nicht nötig. Deutsch hat nicht wirklich genügt, mit Englisch jedoch, wird einem fast überall geholfen.

Wir hatten von zu Hause online ein Hotel gebucht, was schon von daher spannend war, da wir keinerlei Buchungsbestätigung bekamen, auch Nachfragen nützte nichts, so hofften wir, dass unsere Zimmer auch tatsächlich für uns frei waren.

Zunächst wollten wir unser Unterkunft suchen, einchecken und die Koffer loswerden, am Bahnhof bekamen wir auch gleich einen Metro- und einen Umgebungsplan in die Hand gedrückt und holten uns die Touristen- Tickets Paris Visite, wie in allen Großstädten wird auch in Paris angeboten, mit einem Ticket mehrere Tage unbegrenzt mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu fahren, was einfach genial ist und lästige Kleingeldsuche und Zeit spart.

Wir mussten nur 3 Stationen fahren und dann etwa fünfhundert Meter laufen. Als wir aus der Metro kamen, waren wir total verblüfft, wir hätten auch in Afrika sein können. Wir haben keinen einzigen Weißen außer uns gesehen. Wir blieben an einer Kreuzung stehen, wollten uns orientieren und schauten kurz auf unseren Plan, um den Weg zu unserem Hotel zu finden, da kam sogleich ein Franzose herbei und erklärte uns aufs allerfreundlichste den Weg dorthin. Allerdings konnte er kein englisch, deutsch erst recht nicht, also erzählte er in seiner Muttersprache mit Händen und Füßen, wir waren einigermaßen ratlos, haben unser Hotel aber schließlich mit seiner Hilfe doch noch gefunden.

Das Hotel war Preiskategorie: “Supergünstig und dann auch noch Glück!“ Die Zimmer konnte man nur über eine schmale Treppe erreichen, aber sie waren gemütlich, Zimmerservice mit täglich frischen Handtüchern und frisch gemachtem Bett sowie Frühstück inklusive. Außerdem war die Lage fantastisch, praktisch im Zentrum, jedoch in einer kleinen Nebengasse, so dass wir keinen Hauptstraßenlärm zu ertragen hatten. Lediglich die Bäder ließen zu wünschen übrig, aber da hielten wir uns ja nur kurz morgens und abends auf, so dass wir darüber hinweg sahen. Im Frühstücksraum erzählte uns ein anderer deutscher Gast, dass er immer wieder hier übernachtete, wenn er ein Zimmer bekäme, da die Bäder in den wesentlich teureren Hotels auch nicht besser wären.

Wir brachten also unser Gepäck auf die Zimmer und machten uns gleich auf, die Stadt zu erkunden. Die Metro in Paris ist unglaublich praktisch, man kommt superschnell überall hin, sie fährt auf 3 Etagen ab, was aber keinerlei Probleme bereitete, wir haben uns gut zurechtgefunden.

Zunächst landeten wir am Place de la Concorde, dem größten Platz von Paris. Hier sind besonders der Obelisk von Luxor und die beiden Springbrunnen zu erwähnen. Wir waren schwer beeindruckt. Von hier aus gelangt man über die Champs- Elysee zum Arc de Triomphe. Einmal in Paris, ist deren Besuch Pflichtprogramm.

Im Laufe unseres Aufenthaltes besichtigten wir die wirklich sehr imposante Kathedrale Notre- Dame, wo wir uns in die lange Schlange Wartender einreihten, um einen der beiden Türme zu erklimmen, was sich unbedingt lohnt. Die Aussicht ist berauschend. Über den Dächern von Paris, dass muss man gesehen haben, Paris hat Dächer, die es so nirgends gibt. Auch die Innenansicht ist empfehlenswert und wirklich riesig groß, es dürften mehrere tausend Menschen hineinpassen.

Wir unternahmen die obligatorische Stadtrundfahrt- und zwar zu Wasser, auf der Seine in einem Boot mit gemütlichem Tempo und einem Hopperticket, so dass wir aus- oder zusteigen konnten, wenn wir wollten. Von hier hat man eine tolle Sicht auf die Stadt und viele sehenswerte Gebäude. Außerdem konnten wir wunderbar auf den Bänken ausruhen, als wir ein wenig pflastermüde waren.

Den Eiffelturm besichtigten wir in den frühen Abendstunden, kauften uns Tickets und lümmelten erst eine Weile in der Parkanlage herum. Die Warteschlange ist hier immer sehr lang, auch an Tagen mitten in der Woche. Als es zu dämmern begann, stellten wir uns an und als wir endlich oben waren, hatten wir eine Wahnsinnsaussicht auf Paris bei Nacht. Auch vom Boden aus, macht der Eiffelturm bei Nacht viel her, da er sehr stark leuchtet und blinkt in rot und blau und weiß.

Den Louvre besuchten wir an einem Nachmittag, der eines der größten Museen der Welt beherbergt, was uns aber letztlich frustrierte. Wir wussten gar nicht, was wir uns anschauen sollten, da die Größe uns praktisch erschlagen hat, zumal das Wetter fantastisch war, hatten wir keine rechte Lust uns durch die Massen von Touristen zu kämpfen. Selbst für Kunstliebhaber empfehle ich den Louvre nur bei Regenwetter, es sind einfach zu viele Menschen auf einer Stelle, von der Möglichkeit des ausführlichen Betrachtens der Kunstwerke kann keine Rede sein.

Um zur Ruhe zu kommen empfiehlt sich ein Aufenthalt auf dem größten Friedhof von Paris Père Lachaise, er ist angelegt wie ein Park mit imposanten Grabstätten und viele berühmte Persönlichkeiten, wie Edith Piaf, Claude Chabrol, Marcel Proust, Oscar Wilde oder Jim Morrison haben hier ihre letzte Ruhestätte gefunden. Und eines hatten wir hier sicher: Stille! Nach den vielen lauten, turbulenten und bunten Unternehmungen, gefiel es uns, die Ruhe zu genießen.

Entspannung pur ist auch im Park Jardin du Luxembourg garantiert. Hier genießen Jung und Alt die Sonnenstrahlen oder ein schattiges Plätzchen, es wird flaniert, geflirtet, relaxt mit einem schönen Buch oder gespielt, zum Beispiel Boule, was wir ein Weilchen beobachteten. Insgesamt machten alle Leute den Eindruck rundum zufrieden zu sein und das Leben zu genießen.

Einmal in Paris, wollten wir die berühmten Katakomben auf keinen Fall auslassen. Unglaublich viele, mitunter sehr lange Gänge erstrecken sich unter der Stadt, aber für die Öffentlichkeit sind die meisten davon nicht zugänglich. Das, was wir besichtigen konnten, reichte uns auch schon, ohne Ende Gebeine und Schädel, kunstvoll arrangiert und gestapelt, bekamen wir einen kleinen Gruselschauer. Am Ende der Untertage- Wanderung findet eine Taschenkontrolle statt, obwohl ich nicht nachvollziehen kann, wer sich als Souvenir ausgerechnet einen Totenkopf mitnehmen möchte, soll der Versuch recht häufig stattfinden. Nun, da wir keine Knochen hinausschmuggeln wollten, konnten wir wieder ans Licht.

Eine Runde durch das Wachsfigurenkabinett Musée Grévin ist zu empfehlen, wenn man mit Kindern reist. Hier gibt es von bekannten Persönlichkeiten über Skuriles bis Informatives allerlei zu entdecken. Der Rundgang ist kurzweilig und hat uns viel Spaß bereitet.

Was es noch über Paris zu sagen gibt? Die Frauen! Nicht umsonst heißt es wohl, die schönsten Frauen gibt es in Paris. Dem kann ich nur beipflichten. Ausnahmslos alle Frauen, ob jung oder alt, waren sehr gepflegt und haben Chic ausgestrahlt, sie alle hatten sorgfältig frisiertes Haar, feminine Kleidung, dezentes Make Up, meist einen Schal und Absatzschuhe oder Ballerinas an. Auch haben wir keine übergewichtigen Menschen gesehen, alle waren schlank und mit Geschmack gekleidet.

Essen ist auch eine interessante Geschichte in Paris, man kann vorzüglich speisen, landestypische Gerichte wie zum Beispiel Quiche, eine Art Kuchen, süß oder auch herzhaft, welche man warm essen sollte. Ab und zu gab es auch einfach nur Fastfood, eines Abends liefen wir zum Döner- Stand um die Ecke und staunten nicht schlecht, als wir in den Döner auch Pommes Frites bekamen, woraufhin der Verkäufer meinte: „Tjaha, not german, it‘s french!“

Auf der Suche nach einem Lokal kann es schon mal vorkommen, wenn man sich gerade in einem asiatischen Viertel aufhält, dass man 5 Indische Restaurants hintereinander findet, mit einem Abstand von etwa einem Meter. Das fanden wir ziemlich lustig und entschieden uns für den Laden in der Mitte.

Wenn man abends noch durch die Pariser Viertel bummelt, gibt es hübsche Straßen- Cafes oder Kneipchen, wo es laut und urig zugeht, Musiker spielen live, die Gäste tanzen und singen mit und überall fühlt man sich gleich willkommen. Es kann auch vorkommen, wie bei uns, dass sich die Filmcrew zu einem Feierabend- Drink unter die Massen mischt, welche vorher den ganzen Tag um die Ecke eine oder zwei Szenen für einen Film gedreht hat.

Außer mit Bus und Bahn bewegen sich viele Einheimische oder auch Touristen mit Fahrrädern, welche man einfach nehmen kann, wie an einem Parkautomat bezahlt und an einer anderen Stelle wieder abstellt.

Am Abreisetag ließen wir unser Gepäck, wie überall möglich, in einem Koffer- Raum im Hotel, da wir noch etwas Zeit hatten bis zur Abfahrt unseres Zuges und machten uns auf den Weg zur Galeries Lafayette. Ein wunderschönes, traditionsreiches Kaufhaus in Jugendstil- Architektur. Hier erstanden wir die letzten Mitbringsel und waren verblüfft, dass Yves Saint Laurent, Dior, Armani & Co einfach auf der Stange hingen wie bei C&A. Das Kaufhaus hat eine große Terrasse im obersten Stockwerk, von welcher wir noch einen letzten Blick auf Paris genossen. Die Aussicht ist sensationell, von Notre- Dame über den Eiffelturm kann man bis Sacré-Cœur die ganze Stadt überblicken.

Mein Fazit am Ende der Reise: Paris, je t’aime.

Anonym

Paris

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