Aktuelle Reisehinweise - Deutschland: Verbot touristischer Übernachtungen bis 20. Dezember 2020

Peking

- Ein Reisebericht -

Nach einem interessanten Wochenende in Shanghai, wo wir uns erst mal von unserem Jetlag erholten, nahmen wir den Express-Nachtzug nach Peking, mit dem wir um 19 Uhr losfuhren und rund zwölf Stunden unterwegs waren. Der brandneue Zug war sehr beeindruckend, und wir gönnten uns den Luxus einer eigenen Schlafkabine. Die Zugfahrt war sehr spannend, vor allem die Erforschung der anderen Abteile, des Speisewagens und der Bordküche, wo die Köche mit wenigen Handbewegungen viele exotische Gerichte in ihren Woks zauberten. Wir orderten gebratenen Reis mit scharfem Geflügelfleisch und ließen es uns schmecken. Nach ein paar Flaschen sehr süffigen Tsingtao-Biers schlichen wir zurück in unsere Kabine und fielen sofort in einen tiefen Schlaf. Gegen halb sechs weckten uns die ersten Sonnenstrahlen. Wir blickten hinaus und sahen zu, wie die Leute ihre morgendlichen Tai-Chi-Übungen abhielten oder mit dem Fahrrad zur Arbeit fuhren. Nachdem wir ausgiebig geduscht hatten, fuhr der Zug schon am Südbahnhof von Peking ein. Zum Glück waren wir gut vorbereitet und hatten die Adresse unseres Hotels bereits ausgedruckt, so dass wir dem Taxifahrer nur den Zettel mit den chinesischen Schriftzeichen zeigen mussten und er uns direkt zu unserer Unterkunft fuhr. Das Shangda International war ein 4-Sterne-Hotel, hatte eine etwas gehobenere Preisklasse, befand sich dafür mitten im Stadtzentrum und war recht komfortabel eingerichtet.

Noch am selben Vormittag statteten wir dem Mao-Mausoleum einen Besuch ab. Wir reihten uns hinter Dutzenden von Chinesen ein, um dem Großen Vorsitzenden Mao unseren Respekt zu erweisen. Mao war von einer Hammer-und-Sichel-Fahne bedeckt, und aufgrund des ausgeklügelten Beleuchtungssystems strahlte er uns regelrecht an. Es war ein wirklich erhebender Moment! Anschließend besichtigten wir die Verbotene Stadt, eine absolut spektakuläre Sehenswürdigkeit, aber wer hätte gedacht, dass es dort einen Coffeeshop von Starbucks gibt?

Am nächsten Morgen machten wir per Reisebus einen Ausflug zur weltbekannten Chinesischen Mauer. Na ja, darauf hätten wir eigentlich auch verzichten können, denn die – durchaus interessante – Besichtigung dieses Bauwerks betrug gerade einmal eine halbe Stunde. Anschließend fuhr der Bus zu einem Souvenirladen, einem Vergnügungspark, einem Tempel mit Einkaufsmöglichkeit und einem Supermarkt. Dazu noch im Bus über sechs Stunden lang lautsprecherverstärktes chinesisches Quak-Quak von dem Fremdenführer.

Am späten Nachmittag machten wir noch eine kleine Spritztour mit einer Rikscha und schauten uns die Hutongs an, die alten Gassen und Wohnhöfe von Peking, die zunehmend neuer und moderner Bebauung weichen müssen. Es war schön, mal ein anderes Gesicht von Peking zu sehen, statt immer nur die breiten Boulevards und die riesigen Betonbauten. Nach dem Abendessen machten wir noch einen kleinen Spaziergang zum Platz des Himmlischen Friedens, der nicht weit von unserem Hotel entfernt war.

Tags darauf besichtigten wir das Militärmuseum und machten eine schöne Shopping-Tour durch den Panjiayuan-Markt. Eine Woche Cluburlaub und einige Abenteuer später brachen wir mit dem Zug nach Harbin in die Mandschurei auf, von wo wir per Direktbus ins russische Wladiwostok fuhren. Dort erwartete uns die Transsibirische Eisenbahn mit der Endstation Jaroslawler Bahnhof in Moskau.

A. Nonym

Peking