Polens Hauptstadt, ein Reiseziel auf eigene Faust erkundet

- Ein Reisebericht -

Wir erwischen die Hauptstadt unseres Nachbarlandes im Feierabendtrubel.

Die letzten hundert Kilometer über die Landstraße gingen zäh. Der gesamte Verkehr in den Osten Europas quälte sich durch die Ortschaften. Trotzdem rollt es stetig vorwärts. Manchmal taucht in Sichtweite der Autobahnbau auf …

Die Schilder sind groß genug und wer liest und das Gelesene nicht gleichzeitig versucht, auszusprechen, kommt überall hin. Wir finden unser Hotel jedenfalls problemlos. Ein freundlicher, ungekünstelter Empfang auf Englisch. Deutsch und Russisch spricht hier niemand. Doch als wir uns auf Polnisch bedanken, strahlen die Gesichter.

Das Zimmer ist prima, alles picco bello.

Während wir losgehen, setzt die Dämmerung schon ein. Nach wenigen Minuten erreichen wir das Altstadtviertel. Die prachtvollen, wirklich aus Ruinen auferstandenen Bauten und Kirchen, sind angestrahlt, Menschen strömen auf und ab. Ein Wechselspiel von Licht und Schatten vermittelt Leichtigkeit und Lebensfreude. Von der Brücke am Schloss reicht der Blick über die Magistrale bis zur Wisła (Weichsel). Das noch im Bau befindliche neue Fußballstadion drängt sich von der anderen Uferseite in den Mittelpunkt. Kaffees und Restaurants reihen sich aneinander. Die Speisekarten, meist in Polnisch und Englisch, sind gut sichtbar ausgestellt. Hinten in der Altstadt finden wir ein Lokal, das sogar einen deutschen Abschnitt auf der Karte hat. Wir speisen hervorragend, zahlen mit den landesüblichen zehn Prozent Trinkgeld, bemühen unser „Rudimentpolnisch“ und werden mit aufrichtiger Herzlichkeit verabschiedet.

Mit dem Stadtplan in der Hand brechen wir am anderen Morgen zu Fuß auf. Wir nehmen uns Zeit, an der als einzige übrig gebliebenen Synagoge, besuchen Kirchen unterschiedlicher Konfessionen und bestaunen die Pracht der Ausstattungen. Sogar einen Sächsischen Garten gibt es in Warschau. Hier trifft sich Jung und Alt an Springbrunnen und auf Grünflächen. Die längste Zeit verbringen wir in der Zamenhofstraße am Ghettodenkmal. Hier sank Willy Brandt auf die Knie.

Weithin sichtbar protzt aus Stalins Zeiten der Pałac Kultury i Nauki, der Kulturpalast. Vom 30. Stockwerk bietet sich ein atemberaubender Blick. Warschau kann mit jeder europäischen Großstadt Schritt halten. Wir wenden uns in Richtung Weichsel, grüßen die Denkmäler von Kopernikus und Chopin, schlendern an der Universität vorbei. Überall äußerst saubere, gepflegte Straßen und Anlagen; Blumenbeete, bepflanzt in den Landesfarben.

Die Füße schmerzen als wir über die berühmte Treppengasse zum Altstadtmarkt hochsteigen. Jetzt, an diesem Sommerabend, sind die Straßen und Plätze voller Menschen. Viele Familien mit Kindern sind darunter. Wir fühlen uns wohl hier in Warschau. Beim Ausruhen am Königsschloss steht der nächste Besuch für uns schon fest.

Anonym

Warschau

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