Reise in die Vergangenheit - das Plauer Schloss

- Ein Reisebericht -

Auf dem Plauer Schloss wurde Weltgeschichte geschrieben: der russische Zar war in Plaue, um das hier hergestellte rote Porzellan zu bestaunen, die Markgrafen zitterten vor den Schlossherren und manche Schlossherren schafften es bis in Ministerämter, was Besuche von Königen und Kaisern nach sich zog. Auch der märkische Dichter Theodor Fontane erwähnt das Schloss in seinen "Wanderungen durch die Mark".

Das Schloss erlebte Blütezeiten, aber auch Beinahe-Untergänge. Das auf den Resten der Quitzowburg 1470 von Georg Waldenfels erbaute Gebäudeensemble war um 1690 zerfallen, morsche Stümpfe von Brückenpfeilern „starrten“ aus dem Wasser und die Äcker waren verwildert. Spuren der Verwüstung aus dem 30-jährigen Krieg. Die Burg war im Februar 1414 nahezu zerstört worden durch das Heer des Brandenburger Markgrafen, das die Raubritter von Quitzow gefangen nehmen wollte.

Nachdem Lewin Werner von Görne den Plauer Familienbesitz um 1690 übernahm, war nicht nur das Schloss nebst Kapelle im beklagenswerten Zustand, sondern auch zehn von 43 Plauer Bürgerhäusern standen leer und waren kaum mehr als Ruinen. 1710 lieh sich Lewin Werner von Görne 6.000 Taler und begann mit dem Bau und der Instandsetzung des Schlosses.

Friedrich von Görne, der am 24. Juli 1670 in Plaue geboren wurde, brachte der damals noch eigenständigen Stadt den wirtschaftlichen Aufschwung. Görne galt als fähiger Mann und befand sich seit 1703 im Staatsdienst unter den preußischen Königen Friedrich I. und Friedrich Wilhelm I. Er war Geheimrat, Kammerpräsident, General-Postmeister, Finanz- und Kriegsminister sowie Ritter des Schwarzen Adlerordens. Der Erfinder des roten Porzellans ließ mit vielen Fässern Pulver die mit Schießscharten versehenen 4,5 m dicken Burgmauern sprengen und errichtete für 23.460 Taler bis 1716 einen Schloss-Neubau mit Hauptgebäude und zwei Seitenflügeln, der heute noch existiert. Um das Schloss herum befand sich ein tiefer Wassergraben, so dass Besucher nur über Zugbrücken aufs Gelände gelangen konnten - eine befand sich an der Nordseite, eine zweite Brücke auf der Westseite zum Garten.

Auf dem Gelände befand sich zu Görnes Zeiten ein acht Fuß dicker Gefängnisturm. Friedrich von Görne ließ 1719 den Turm bis auf eine Höhe von 2,40 m abtragen - der Rest verschwand Ende des 18. Jahrhunderts. Die letzten Schlossherren war die Grafenfamilie von Königsmarck, die hier bis 1945 residierte und dann enteignet wurde.

Die Nutzung zu DDR-Zeiten als Verwaltung, Schule und Sprachinstitut haben das Schloss historisch entstellt. So wurden Wände, Türen und Decken verändert oder ausgebaut. Der neue Schlossherr aus Berlin saniert seit Jahren schrittweise das Schloss. Teile des Schlosses sind heute Pension. Eine Reise nach Plaue kann man selbstorganisiert angehen - individuelle Anreise mit dem Auto, Boot, der Bahn und dem Bus (von Brandenburg/H. aus) ist möglich.

Anonym

Brandenburg an der Havel

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