Reise ins Land der Schwibbögen oder ins Mittelalter

- Ein Reisebericht -

Manche Reisen sind so einzigartig, dass man sie nur zu gern verlängern möchte. Eine solche Reise erlebten wir im letzten Jahr in der Vorweihnachtszeit. Die Reise hatten wir von unseren Kindern geschenkt bekommen. Unser Ausgangspunkt für die einwöchige Reise war ein kleines liebevoll gestaltetes Hotel am Fuße der Augustusburg. Ein wenig erinnerte das Landhaus Puschke an die Hotels und Bauernhöfe in den Alpen, was dem Charme des kleinen Hotels keinen Abbruch tat. Unser Zimmer war wirklich schön und ansprechend eingerichtet, das Essen war reichlich und gut. Allerdings hat Sachsen zur Weihnachtszeit erheblich mehr zu bieten. Wirkliche Pläne hatten wir nicht, eigentlich stehen nur zwei Programmpunkte auf unserer Liste, der Dresdner Striezelmarkt und die Frauenkirche, welche ebenfalls in Dresden liegt.

Natürlich war unsere Neugier auf die mächtige auf dem Schellenberg gelegene Burg ebenfalls schnell geweckt. Vom Hotel aus hatten wir auch einen tollen Blick auf das Schloss, welches von den sächsischen Kurfürsten als Jagdschloss genutzt wurde. Schon am nächsten Tag nutzten wir das leicht regnerische Wetter, um uns in der näheren Umgebung unserer Herberge umzusehen. Das Schloss ist aus der Ferne schon imposant, doch aus der Nähe ist es einfach grandios. Mehrmals am Tag finden Führungen statt, wir schlossen uns einer an. Auf diesem Wege erfuhren wir viel über die wechselvolle Geschichte des Schlosses. So etwa über die Linde, welche von einem Verurteilen als Beweis für seine Unschuld verkehrt herum eingepflanzt wurde. Bestaunten die Schlosskapelle und lauschten mit den anderen Teilnehmern, bis die Münze endlich im Wasser des Brunnens einschlug, wie mühevoll musste es gewesen sein, Wasser aus diesem zu schöpfen. Heute beherbergt das Schloss mehrere Museen, wie das Kutschenmuseum, das Motorradmuseum und den Hasensaal. Es dämmerte schon, als wir Augustusburg verließen. Überall in den Fenstern der Häuser leuchten Schwibbögen, Lichterhäuser Bergmänner und Engel. Ich glaube, wir haben den Verkehr ziemlich behindert, denn wir fuhren Schritt, um nichts zu verpassen.

Am nächsten Tag konnten wir erst gegen Mittag aufbrechen, über Nacht hatte es angefangen zu frieren, die Straßen waren mit einer dicken Eisschicht überzogen. Dresden stand auf dem Programm, zuerst besuchten wir dem Striezelmarkt. Mag es am Gedränge gelegen haben oder an der ungewöhnlichen Tageszeit, der Markt, den alle so lobten, verfehlte seine Wirkung. Natürlich waren die Kunsthandwerker mit ihren Lichterhäusern, Schwibbögen und vielem mehr wirklich sehenswert, doch die erzgebirgische Romantik fanden wir nicht. So verließen wir den Markt und besuchten die Frauenkirche. Wir waren nicht die einzigen Besucher, dennoch konnten wir den Besuch in dieser einzigartigen Kirche genießen. Wir verweilten länger als es nötig gewesen wäre, die Frauenkirche hatte uns in ihren Bann gezogen. Als wir sie wieder verließen, zog an der Kirche ein Strom Touristen oder Dresdner vorbei. Neugierig geworden schlossen wir uns ihnen an und landeten auf einem mittelalterlichen Weihnachtsmarkt. Gaukler, Stände mit Waren vergangener Zeiten, Gerüche, Düfte, Lichter und Menschen in mittelalterlicher Kleidung waren zu sehen, einfach nur toll. Es war schon spät abends, als wir den Markt wieder verließen. Erst am nächsten Morgen im Hotel erfuhren wir, dass der mittelalterliche Weihnachtsmarkt im Stallhof zu finden ist und noch immer als Geheimtipp gilt. In den folgenden Tagen besuchten wir Seiffen, welches als eines der Zentren der erzgebirgischen Volkskunst gilt, sowie einige andere Sehenswürdigkeiten in der näheren Umgebung. Als wir die Heimreise antraten, hatten wir viele Eindrücke gesammelt, dennoch konnten wir nicht abreisen, ohne nochmals den zauberhaften oder besser verzauberten Weihnachtsmarkt im Stallhof zu besuchen. Dies war ein perfekter Abschluss unserer selbstorganisierten Reise!

Seiffen

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