S`Illot: Die wilde Küste

- Ein Reisebericht -

Die Küste ist zerrissen und gleicht einer Boddenküste, an der sich das Meer bei Ebbe weit zurückzieht. Da ist sogar ein einem Leuchtturm ähnliches Kastell auf dem Hügel, das bestiegen werden kann. Die leichte Brise lässt einen Hauch von Ostsee aufkommen, wären da nicht die Wärme, die Tapas-Bar gegenüber und die wilden Pferde. Friedlich begrasen sie die grüne Landzunge der Punta de n´ Amer, die wir von S´ Illot nach Norden laufend erwandern, bis der lange Strand von Cala Millor vor uns liegt.

Nichts vom Gelärme der Playa Arenal, keine felsigen Einstiege ins Wasser mit nur kleinen Sandzungen wie im Nordosten der Insel. Die Ostküste Mallorcas ist flach und so grün wie sonst nur der Norden. Nur schmale Ufer trennen das üppige Grün vom Meer, dahinter stehen, bis hoch zu den Bergen von Artà, riesige Felder voller Weinstöcke. Gegolft wird hier und mit dem Rad gefahren, jetzt im Mai sind mehr Golfer unterwegs, wir aber wollen radeln. Von unserer schönen Anlage, dem Mariant Park Hotel, durch ein kleines Villenviertel, das schon zum Nachbarort Sa Coma gehört, nach Norden. Der Fahrradweg nach Capdepera ist vorbildlich, die Spanier haben hier aufgeholt, bis fast zur Burg radeln wir entlang der Weinberge, allerdings parallel zur Hauptstraße. Wir schieben die Räder den Burgberg hoch bis zum Tor, in dem Katzen wegelagernd schnurren. Die Festung aus dem 13. Jahrhundert ist zu besichtigen samt Kapelle und Korbwaren-Museum, nur regnet es, als wir den wunderschönen Ausblick ins Tal bis nach Cala Ratjada suchen.

So gehen wir hinunter ins eng gedrängte Städtchen, trinken zwischen den Mauern einen Café con Leche und machen uns, als der Regen nachlässt, auf den Heimweg, diesmal die Küste entlang, über Port Nou und Cala Bona. Da hier Engländer hausen, gibt es ein Sirloin Steak, ein Pale Ale und eine Live-Übertragung von Manchester United. Die Golfplätze haben wir umrundet, doch genug gesehen, um nächstes Mal mitpitchen zu wollen, denn hier golfen nicht nur Reiche. - Tags darauf radeln wir gen Süden, an den Höhlen von Porto Christo vorbei, bis nach Portocolom. Schon vor den Höhlen endet die Radstrecke, und wir sind auf Nebenstraßen durchs Vorstadtgebiet entlang der Küste angewiesen. In Portocolom suchen wir, ausgehungert, eine Bar am kleinen Markt mit Blick auf den Hafen auf. Sie entpuppt sich als Touristenfalle, die überbackenen und überteuerten Baguettes sind kalt.

Doch der Blick auf die Speisekarte der Fischlokale am Wasser lässt uns schaudern, zudem ist noch Siesta. Wir stopfen uns den Magen voll und suchen per Rad den Zugang zur Halbinsel der Privilegierten, die, dem Örtchen vorgelagert, die Hafeneinfahrt blockiert. Vergebens. Alles ist mit Sackgassen und Mauern abgeriegelt, so bleibt uns nur der Blick auf den Yachthafen und die Villen der Hügelinsel. Wir geben auf und radeln entlang der Küste im lauen Abendwind zurück. Die Schatten der Rebstöcke linkerhand werden tiefer, rechts zieht Dunst von der Küste hoch zur Straße.

Was wäre ein Kurzurlaub in S` Illot ohne den Besuch der freilich ramponierten Altstadt, die doch reizvoll ist mit ihren alten Gassen und Lokalen. Ein Meereszufluss, der Torrent de Ca n´ Amer trennt die Neustadt mit Hotelanlagen vom Hafenviertel. Hier spielen nachts verwegene Gestalten hinter schmierigen Scheiben guten Rock. Wir ignorieren die Abdrücke auf Biergläsern und Tisch und lassen es uns gut gehen. Pauschalurlaub muss nicht von der Stange sein.

Pandoriana

Cala Millor

Porto Cristo

Capdepera

Sa Coma

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