Schiff ahoi

- Ein Reisebericht -

Ein Freund absolvierte dieses Jahr seinen Hochseesegelschein, den B-Schein. Natürlich wollte er den Erfolg der bestandenen Prüfung feiern und lud uns, 5 Leute aus Wien, ein, mit ihm einen Segeltörn in den kroatischen Kornaten zu machen. Natürlich waren wir Feuer und Flamme, wie oft passiert das schon, mit einem befreundeten Skipper auf einem Boot durch die Meere zu schippern?

Wir fuhren also mit zwei Autos, die bis zum Rand mit Gepäck vollgeladen waren, gen Kroatien. Die erste Hürde kam beim Grenzübergang nach Slowenien auf uns zu. 30 Euro für eine Monatsautobahnvignette luchsten sie uns ab, obwohl wir nicht einmal eine ganze Woche auf Urlaub geschweige denn 2 Stunden die slowenische Autobahn benutzten. Das hat uns aber nicht umgehauen und wir fuhren weiter. Nach etwa sechs Stunden Autofahrt gelangten wir in das kleine Städtchen Biograd na Moru, das Anfang Mai noch sehr verschlafen wirkte. Den letzten Einkauf erledigten wir an Land, ehe die Marina aufgesucht wurde und das Schiff bezogen wurde. Eine kurze Einführung des Skippers gab's noch am selben Abend, bevor es am nächsten Morgen "Schiff ahoi" heißen sollte. Etwas mulmig wurde uns allen, da fast die gesamte Crew keine Ahnung vom Segeln auf hoher See hatte, aber was sollte schon passieren? Der Skipper hatte das Schiff und uns fest im Griff. Am ersten Tag ging es ganz gemütlich mal zur Hafentankstelle und wir lernten das erste Mal, ein Boot seitlich anzulegen. Unter Motor fuhren wir aufs Meer hinaus. Dugi Otok, was übersetzt und im wahrsten Sinne des Wortes die lange Insel bedeutet, wurde angesteuert und der wunderschöne Nationalpark. Ein Naturschutzgebiet, in dem wir als Segelboot einen Ankerplatz oder besser eine Boje fanden, wartete auf uns und wir gehorchten dem Ruf und erlebten unsere erste Fahrt mit dem Dinghi. Das kleine Beiboot legten wir an Land ab und gingen spazieren. Wir sahen Esel, Schlangen und tote Schlangen bis wir zu den bemerkenswerten Klippen kamen, die mit den irischen auf alle Fälle mithalten können.

Von dort aus machten wir ein paar Fotos vom verlassenen Boot, der Bura, und machten uns auf den Rückweg, um auf unserem Gasherd ein Essen zuzubereiten.

Tags drauf verließen wir die landschaftliche Idylle und fuhren zur Hafenstadt Sali, wo es ebenfalls noch sehr nach Vorsaison roch. Gut für uns - wir fanden schnell einen Anlegeplatz und auch einen Tisch im Restaurant. Der nächste Morgen sollte nichts gutes mit sich bringen. Wir standen auf, legten ab und wollten Richtung nördliches Ende der langen Insel. Auf etwa halber Höhe zeigte uns der Skipper alte U-Boot-Bunker der jugoslawischen Marine. Sie waren wirklich beeindruckend, aber wir konnten wegen der "Untiefe" nicht näher ran. Als Minuten später unser Motor ausfiel und sich aufgrund eines Elektronikdefektes nicht mehr starten ließ, mussten wir dann doch zum alten U-Bootbunker, um dort anzulegen und uns von einem deutschen Tauchschulbetreiber den Motor kurzschließen zu lassen. Unter Motor fuhren wir nach Bozava, wo wir den nächsten Tag gemütlich an Land verbrachten und ins Meer baden gingen. Dem Skipper wurde alles zu viel und er verschlief aufgrund erhöhten Alkoholkonsums am Vorabend den sonnigsten Tag der Woche.

Zwei Tage früher als geplant erreichten wir die Marina in Biograd na Moru, genossen einen Abend in dem kleinen Ort und fuhren am darauffolgenden Tag mit Segelerfahrung nach Wien zurück. Im Auto wurde übrigens der nächste Segeltörn geplant - zum 2 Meter tiefen Neusiedlersee.

Božava

Anonym

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