Teneriffa - Aktivurlaub auf der Insel des ewigen Frühlings

- Ein Reisebericht -

Teneriffa, das sind 2000 Quadratkilometer voller Kontraste.

Fernab jeder deutschen Routine pulsieren die im Süden der Insel gelegenen Touristenhochburgen Playa de Las Américas und Los Cristianos zu allen Jahreszeiten in einem ganz eigenen internationalen Rhythmus. Ein Hotel reiht sich ans nächste – von super luxuriös bis schlicht, jede Sternekategorie ist vertreten. Las Américas ist eine Bilderbuch-Retortenstatt, die ausschließlich aus profitorientierten Gründen aus dem Boden gestapft wurde. Bewiesenermaßen ist das Konzept aufgegangen, denn der steinige Flecken Erde, den vor fünfzig Jahren einzig die Wellen des Atlantiks besuchten, ist heute der meistfrequentierte Ort der Insel. Er ist das ideale Ziel für Touristen, die im Urlaub alles wollen, bloß keine Ruhe. Das Angebot an Restaurants, Bars, Discotheken, Shopping- und Freizeitcentern sowie Sportmöglichkeiten zu Land und zu Wasser ist nahezu grenzenlos. Wir hatten uns für ein bisschen mehr Entspannung und ein bisschen wenige Trubel in Costa Adje entschieden und besuchten die Touristenhochburg nur gelegentlich, beispielsweise um die kilometerlange Promenade in südliche Richtung entlang zu schlendern. So landeten wir in Los Cristianos – dem Ort, von dem der Bauboom einst ausging. Sein Hafen und der alte typisch spanische Ortskern erinnern an das Fischerdorf, das Los Cristianos einmal war. Im Gegensatz zu Las Américas, das vorrangig den Geschmack der breiten Masse bedient, ist Los Cristianos bisweilen exquisiter. Marmorne Löwen flankieren die Portale einiger besonders pompöser Hotels, Brunnen schießen Wasserfontänen in den azurblauen Himmel, Amor und Aphrodite thronen auf blendend weißen Säulen. Im Stadtkern findet der Gast die einschlägigen Souvenir- und Bekleidungsgeschäfte, wohingegen sich ein paar Blocks weiter die Boutiquen namhafter Designer wie Perlen an einer Kette aneinander reihen. Wenngleich gucken nichts kostet, entschieden wir uns stattdessen für zwei Gläser kühlen Weißweins in einem Außenrestaurant in der Nähe des Hafens.

Da die Strände im Süden zumeist künstlich angelegt sind und ihr heller Sand die Hitze weniger absorbiert, eignen sie sich gut für Familien mit Kindern. Der Zugang zum Wasser ist nur leicht abfallend, die Wellen sind niedrig. Nichtsdestotrotz wird auch das Spiel am Strand jedem noch so passionierten Sandburgarchitekten irgendwann zu langweilig. Da mein Mann und ich auch im Badeurlaub so viel entspannen wie erleben möchten und unser Sohn schon am dritten Tag nach anderweitigem Entertainment verlangte, suchten und fanden wir Alternativen. Beispielsweise ankern im Hafen von Los Cristianos Glasbodenboote und Katamarane, die die Meerenge zwischen Teneriffa und La Gomera ansteuern, wo man mit etwas Glück oder Einbildungskraft Wale und Delfine sichtet. Zurück an Land gilt es den „Las Aguilas Jungle Park“ zu entdecken, der in der Nähe von Arona zu finden ist. Mit oder ohne Schlapphut stürzt man sich dort in ein über Trampelpfade und Hängebrücken führendes Abenteuer à la Indiana Jones. Nicht weniger aufregend geht es im asiatisch gestalteten „Siam Wasserpark“ in Costa Adeje zu. Adrenalinjunkies können auf bis zu drei Meter hohen Wellen reiten oder sich in einer geschlossenen Wasserrutsche durch ein Krokodilbecken katapultieren lassen. Eine der größten Attraktionen für junge und erwachsene Gäste ist der „Loro Parque“ in Puerto de la Cruz – der touristisch bedeutendste Urlaubsort im grünen Norden Teneriffas. Besonders spaßig und beeindruckend sind neben den Seelöwen- und Papageienschaus der Haitunnel und das arktische Pinguin-Haus. Absolute Besuchermagnete sind jedoch das Delfinarium und OrcaOcean. Viel Platz, modernste Technik und die Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern garantieren das Wohlergehen der faszinierenden Tiere.

Wer Teneriffa wirklich kennen lernen möchte, sollte über die Stadtgrenzen hinausblicken – und nicht nur das: ein Mietwagen ist unbedingt empfehlenswert. Beispielsweise lohnt eine Tour durch das im Osten der Insel befindliche Anega-Gebirge, das auch gern von Wanderern erkundet wird. Beliebtes Ziel sind die vor der Küste liegenden, von der Meeresbrandung umspülten Felsen Roque Bermejo und Roque de Anaqe. Noch viel eindrucksvoller ist eine Fahrt durch das westliche Teno-Gebirge. Geeigneter Ausgangspunkt ist der Urlaubsort Puerto de Santiago. Verlässt man ihn in nördliche Richtung sieht man sich alsbald der grandiosen Naturkulisse der bis zu fünfhundert Meter aus dem Wasser ragenden Felsen gegenüber, die nicht ohne Grund den Namen Los Gigantes tragen. In der nächsten Stadt, Santiago del Teide, gilt es sich pro oder kontra Adrenalin und Abenteuer zu entscheiden. Das Pro sollten sich vor allem Menschen, die, so wie ich, an Höhenangst leiden, gut überlegen. Ich habe es nicht bereut, mich gegen die Landstraße und für die Fahrt auf der schmalen Gebirgsstraße entschieden zu haben und bin mit einem unvergesslichen Panorama belohnt worden, das noch in der Erinnerung für Gänsehaut sorgt. Der vermeintlich zweispurige Pass windet sich in Serpentinen durch eine einzigartige Landschaft. Highlights sind das Dorf Masca, wo man sich um ein Jahrhundert zurückgebeamt fühlt, sowie die vom Wind bewohnten Klippen der Punta Morro del Diablo.

Kein Besucher möchte Teneriffa wieder verlassen, ohne Spaniens höchsten Berg erklommen zu haben – sei dies zu Fuß, per Bike oder mit der Seilbahn. Von Süden aus gelangt man dorthin über Vilafor – ein malerisches Weindorf mit Zwischenstopp-Empfehlung. Hinter Vilaflor erfährt die bislang von Terrassen und Plantagen charakterisierte Landschaft eine abrupte Wandlung und führt steil bergan durch einen von Felsen gespickten Pinienwald. Ein nochmals völlig anderes Bild bietet mit Einfahrt in die Caldera de las Canadas – den Vulkankrater des Teide National Parks, über dessen Plateau der Teide herrscht wie ein König über sein Reich. Die Mystik einer Mondlandschaft über der Ebene, verstärkt von so imponierenden Lavaformationen wie den Los Roques. Auf dem Parkplatz am Fuß des Berges angelangt, hielten wir es unsportlich, denn einem Vorschulkind sind die beiden sportlichen Varianten nicht zuzumuten, und reihten uns in die Schlange der auf die Seilbahn Wartenden ein. Von der Plattform des Teide, welche sich auf nicht ganz 3.700 Metern befindet, bietet sich eine spektakuläre Aussicht auf den Krater. Bei gutem Wetter kann man bis zur Küste und den Schwesterninseln im Atlantik schauen. Seine tiefblauen Fluten laden im Übrigen auch zum Abtauchen ein. Mit Spots wie Stingray City und Palm Mar ist Teneriffa unter Wasser ein gleichermaßen pures Erlebnis.

Anonym

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