Überraschendes Ruhrgebiet

- Ein Reisebericht -

Meine Reise war ursprünglich nicht als Reise, sondern als Fahrt zu einem Vorstellungsgespräch in Bochum geplant. Dort wurde im bekannten Starlight Express Theater eine Praktikantin gesucht. Ruhrgebiet - na ja. Aber Starlight Express, das reizte mich sehr. Also suchte ich mir per Internet eine Unterkunft, denn ich wollte nicht an einem Tag hin- und herfahren.

Da ich für die Unterkunft so wenig wie möglich ausgeben wollte, suchte ich die Umgebung von Bochum ab und wurde in einem kleinen Ort namens Sprockhövel fündig. Im Bauernhaus Hassel konnte ich ein preiswertes und wie sich herausstellte, gepflegtes und gemütliches Zimmer mit Frühstück buchen. Von dort aus erreichte ich schnell die Autobahn, die mich nach Bochum brachte.

Jetzt war ich also im Ruhrgebiet und es präsentierte sich völlig anders, als man es sich vorstellt. Die Landschaft überraschte mich besonders mit sehr viel Grün. Das hatte ich nicht erwartet. Ich war neugierig geworden und fragte in meiner Unterkunft, ob ich eventuell einen Tag länger bleiben könnte. Ich konnte und so wurde aus einem Vorstellungsgespräch zusätzlich ein interessanter Kurzurlaub.

Von meiner Pensionswirtin ließ ich mich beraten, welche Sehenswürdigkeiten ich mir ansehen könnte. Und das war nicht wenig.

Als erstes wollte ich mir nach meinem Gespräch im Starlight Theater das Bergbaumuseum in Bochum ansehen. Ich hatte Glück, denn dort gibt es ein Anschauungsbergwerk und ich kam zu richtigen Zeitpunkt, um an einer Führung teilzunehmen. So konnte ich mir quasi aus nächster Nähe ansehen, was dem Ruhrgebiet seinen Namen als „Kohlenpott“ verpasst hatte. Unglaublich, wie interessant die Geschichte des Bergbaus ist.

Im Anschluss gönnte ich mir einen Stadtbummel durch die Fußgängerzone von Bochum. Das Wetter war mir ebenfalls wohl gesonnen, so dass ich gemütlich in einem Straßencafe´ sitzen und mich ausruhen konnte.

Auf den Vorschlag meiner Pensionswirtin hin fuhr ich auf dem Rückweg nach Sprockhövel nicht über die Autobahn, sondern nahm den Weg über Bochum-Stiepel zum Kemnader See. Dort ist ein richtiges Erholungsgebiet mit einem Wasserschloss, in dem einige kleine Museen und eine Restauration untergebracht sind. Die Museen habe ich mir gespart, denn ich wollte ja noch mehr unternehmen. Auf den Rundgang um den See, ca. 8 km, habe ich auch verzichtet. Aber ich habe mir Informationsmaterial über die vielen Veranstaltungen, die dort fast ganzjährig stattfinden, mitgenommen. Vielleicht komme ich ja noch mal wieder.

Den Rest des Tages ließ ich in Sprockhövel ausklingen. Gemütlich wanderte ich die Hauptstraße entlang und sah mir die Geschäfte an. An der so genannten Zwiebelturmkirche beginnt ein kleiner, aber total hübscher alter Ortsteil, das „Unterdorf“ mit schiefen alten Fachwerkhäusern. Meinen Hunger, der sich so langsam einstellte, konnte ich in einem gemütlichen Gasthaus, dem „Dorfkrug“, stillen.

Am kommenden Tag fuhr ich in den Nachbarort Hattingen. Dort sollte es eine schöne gut erhaltene Altstadt geben, die ich mir ansehen wollte. Das kleine Unterdorf in Sprockhövel hatte mir ja schon einen Vorgeschmack von den typischen Fachwerkhäusern gegeben. Die Hattinger Altstadt übertraf dies dann noch. Ich glaube, dort gibt es wirklich kein Haus, was gradwinkelig ist. Und alle Häuser sind bewohnt oder bewirtschaftet. Alles wirkte sehr gepflegt. Auf meinem Rundgang traf ich auf das „Bügeleisenhaus“. Das muss man gesehen haben. Am vorderen Giebel ist es ganz schmal und wird nach hinten immer breiter. Eine kuriose Bauweise, die aber schon rund 400 Jahre hält. Einen schiefen Turm gibt es auch dort, den der St.-Georgs-Kirche. Ich wunderte mich, wie wahrscheinlich schon viele Leute, dass er noch nicht umgestürzt war.

Viel mehr Zeit hatte ich an diesem Tag leider nicht, denn mein Vorstellungsgespräch hatte mir zwar leider keinen Praktikumsplatz, dafür aber eine verbilligte Eintrittskarte für eine Nachmittagsvorstellung des Starlight Express beschert. Und die fand an diesem Tag statt. Mit diesem tollen Erlebnis schloss ich meinen spannenden und interessanten Kurzurlaub ab. Am nächsten Tag fuhr ich wieder nach Hause. Aber ich freute mich über zwei unvergessliche Tage im „Kohlenpott“, der so ganz anders ist.

Claudia L.

Hattingen

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