Unser Familienurlaub in Südtirol - Ein Ausflug ins Schnalstal

- Ein Reisebericht -

Unseren diesjährigen Sommerurlaub verbringt unsere Familie (Mama, Papa, drei Kinder und Oma) als selbstorganisierten Urlaub in einer Ferienwohnung am Gampenpaß in Südtirol.

Wir besuchen in dieser Zeit natürlich auch das Südtiroler Archäologiemuseum in Bozen mit dem wohl berühmtesten - und ältesten - Tiroler Einwohner: dem Ötzi. Vor nunmehr 20 Jahren wurde die Mumie im Ötztal ganz zufällig gefunden. Natürlich wollen wir nach dem Museumsbesuch nun auch die vermeintliche Heimat Ötzis kennenlernen. Daher machen wir uns am Folgetag auf den Weg ins Schnalstal, das ganz in der Nähe von Meran liegt. Da für diesen Tag hochsommerliche Temperaturen gemeldet sind, liegt ein Ausflug in höhere Lagen nahe.

Am Taleingang befindet sich Schloss Juval. Das Schloss gehört Reinhold Messner. In den Sommermonaten wird es von ihm bewohnt. Während seiner Anwesenheit kann die Burg nicht besichtigt werden. Leider kann man die Burg von der Straße aus so gut wie gar nicht sehen. Wir fahren direkt bis zum Ende des Tals und erreichen Kurzras (2011m) – einen künstlichen Ski-Ort. Von hier aus kann man mit der Seilbahn auch im Sommer zum Gletscher hinauffahren und dort dann auch Skifahren. Tatsächlich sehen wir auf dem Parkplatz einige Skifahrer. Der Parkplatzwächter empfiehlt uns eine „leichte“ Wanderung hinauf zur Lazaunhütte (2427m). Wir lassen Oma im Tal zurück und machen uns auf den Weg. Es geht wieder einmal sehr steil hinauf. Gleichzeitig verdichten sich die Wolken am Himmel und es fängt etwas an zu regnen. Das schreckt uns aber nicht ab. Der Weg führt uns durch eine riesige Azaleen-Heide. Unter einem Baum machen wir Picknick – von einigen Bergkühen werden wir dabei beobachtet. Weiter geht es steil bergauf und allmählich fängt es an zu schneien!!! Wir haben zwar unsere Fleecejacken an – trotzdem ist es sehr kalt. Der Wind bläst eisig. Endlich erreichen wir die Bergstation des Sessellifts und wollen nur noch so schnell wie möglich wieder ins Tal zurück. Ich habe Angst vor noch stärkerem Schneefall und denke mit Grausen an die bevorstehende Talfahrt. Der Sessellift-Aufseher bestätigt uns, dass das Wetter an dem Tag völlig verrückt spielt. Er berechnet nur für ein Kind den Fahrtpreis – diese Familienfreundlichkeit werden wir in Südtirol mehrmals erleben. Eng umschlungen machen wir uns auf den Weg zurück zur Talstation. Der Wind bläst uns ganz schön um die Ohren aber letztlich ist es doch nicht so schlimm wie befürchtet. Im Tal hat die Oma in ihrer leichten Jacke auch sehr gefroren. Sie konnte sich aber wenigstens in einem Cafe wärmen. Durchfroren und nass flüchten wir ins Auto. Trotz – oder vielleicht auch wegen - dieses Wettereinbruchs war die Wanderung sehr beeindruckend. Es wurde deutlich, wie sehr man in den Bergen von der Gewalt der Natur abhängig ist. Wer hätte schon bei diesen hochsommerlichen Temperaturen unten in Meran mit einem solchen Temperatursturz gerechnet!

Nach einer Kaffee-Stärkung fahren wir weiter. Unser Ziel ist ArcheoParc in Unsere Frau im Schnalstal. Dieses Museum ist eine tolle Ergänzung zum Ötzi-Museum in Bozen. Ein Aussichtspunkt zeigt an, wo in weiter Ferne der Eismann gefunden wurde. Diese Stelle kann man natürlich nicht einfach erwandern - sie liegt viel zu hoch. Der Lebensraum und die Lebensweise von Ötzi werden in diesem Aktiv-Museum super erklärt und dargestellt. Auf dem Freigelände sind steinzeitliche Hütten nachgebaut. Das Aktiv-Programm bietet an unserem Besuchstag Stockbrotbacken und Bogenschießen. Letzteres ist gar nicht so einfach. Mit Hilfe von geschliffenen Feuersteinen kann man Lederstücke bearbeiten. Im Museum probieren die Kinder Ötzis nachgebaute Schuhe an. Es ist unglaublich, dass man mit solchen Schuhen tatsächlich die Alpen durchqueren kann. Im Museumsladen kaufen die Kinder sich noch Feuersteine – dann machen wir uns auf den Heimweg. Am Fuß von Schloss Juval decken wir uns in einem Bauernladen noch mit Äpfeln, Butter und Honig ein. Das Frühstück soll ja schließlich auch ortstypisch sein. Müde und sehr beeindruckt von Natur und Museum machen wir uns auf den Heimweg in unsere Ferienwohnung.

Anke Müller

Meran

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