Unterwegs auf Lanzarote

- Ein Reisebericht -

Schneeweißer Winter ist schön, aber ein Winter mit Frühlingstemperaturen auf Lanzarote Isla de Lanzarote ist schöner – weswegen zum Jahresbeginn 2011 die Vulkaninsel mit der charakteristischen Landschaft unser Ferienziel war.

Wir hatten uns im Rahmen einer Pauschalreise mit Halpension das „Aparthotel Floresta“ am Rande von Puerto del Carmen, nur von einer Straße von der Playa de los Pocillos getrennt, ausgesucht, weil der Strand ausdrücklich als kindertauglich angepriesen wurde. Überhaupt ist und bleibt die Insel für uns der absolute Traum mit Kindern, weil sie so überschaubar und trotzdem hinsichtlich möglicher Aktivitäten so vielfältig ist. Wir hatten als Familie beschlossen, dass wir abwechselnde „Bestimmertage“ während unseres zweiwöchigen Aufenthaltes einrichten, auf dass jedes Familienmitglied auf seine Kosten komme. Die schönsten Ausflüge und Tipps haben wir in einem privaten Reisetagebuch festgehalten:

Samstag, Mama-Bestimmertag:

Animiert durch meine beiden Reiseführer haben wir den Charco del Palo, eine FKK-Siedlung an der gleichnamigen Badebucht im Inselosten, aufgesucht, die für die Kinder alles andere als toll war: ohne schützenden Bewuchs knallt dort die Sonne herab, baden ist schwierig, weil das der abgetrennte Lagunenteil rutschig und veralgt ist, die naturbelassenen Buchten hingegen felsig und scharfkantig.

Ziemlich gefrustet ob der Ereignisse – ich hatte Paula (4) nämlich extra vorher noch ein kleines Minischlauchboot für den Charco gekauft, das nicht zum Einsatz kam - fuhren wir ans nördliche Ende der Insel zum Mirador del Rio – dem phantastischsten Aussichtsplatz, den ich je gesehen habe.

„Das Ding“, präziser kann man es nicht beschreiben, ist ein mit dem Felsmassiv verschmelzender runder Raum, in dem ein Cafè untergebracht ist. Von dessen Glasfront aus kann man auf die Insel La Graciosa und den dahinter befindlichen Berg Montana Clara und die geschützte Insel Alegranza schauen – und alles sieht vom Mirador betrachtet so aus, als wäre es aus Spielzeug. Der Aussichtspunkt ist eines der nicht wenigen architektonischen Kunstwerke des wie ein Inselheiliger verehrten Künstlers Cesar Manrique, der einem auf der Insel fast an jedem Ort begegnet.

Den Weg zurück hatten wir durch das „Tal der tausend“ Palmen gewählt, wo es die einzige wirklich Schatten spendende Pflanzenpopulation auf der Insel zu geben scheint. Haria, der dazu gehörende Ort, ist wohl auch die einzige Stadt mit bodenbedingter Süßwasserversorgung. Sie ist zudem für ihren Kunsthandwerkermarkt ohne Massenware und nur mit selbst produzierenden Verkäufern bestückt, berühmt. Einen Abstecher am Samstag, dem Markttag, hierher zu machen, lohnt sich vor allem, wenn man einzigartige Mitbringsel sucht. Auf dem Weg „hoch“ in das sogenannte Famaramassiv (das klingt alles nach mehr als es ist….) kam plötzlich von hinten eine Stimme „Info“. Unsere sich selbst das Lesen beibringende Tochter hatte sich einen Reiseführer geschnappt und versucht, Worte zu basteln. Als sie bei „Dromedar“ und „Pony“ ankam, war klar, wohin uns der Weg am kommenden Paula-Bestimmertag führen sollte ……..

Sonntag, Paula-Bestimmertag:

Unsere liebe Tochter hat weise und elternfreundlich entschieden, dass wir zunächst vormittags nach Teguise auf den Markt fahren. Dort ist alles anders als in Haria. Statt einmaliger handegstrick-häkelter Teddybären und selbstgebackenen Süßwaren gibt es dort Massenware und politisch nicht korrekte Dralon-Jacken aus Peru – die ich aber gekauft habe, weil sie SO süß sind….

Es fühlt sich so an, als würde am Markttag jeder Inselbewohner mit mindestens drei Touristen im Schlepptau durch die Ministraßen von Teguise drücken – alles, was sich hier Stadt nennt, ist in unserem kontinentaleuropäischen Verständnis ein besseres Dörfchen, was die Menschen aber dennoch nicht daran hindert, sich wie in einer Stadt zu benehmen….

Nach dem erfolgreichen Verspeisen einer deutschen Riesenbratwurst (Paula) und eines endlich mal richtig guten Salates (ich), verließen wir das Städtchen wieder und fuhren zur Reitfarm nach Uga, wo Paula eine mit fünf Euro völlig überteuerte Runde auf einem Pony drehen durfte und den dortigen Spielplatz für sich erobern konnte – ein völlig unspektakulärer Tag. Und das Kind war glücklich!

Der Montag - ein echter Papa-Bestimmertag!

Ein Tag, der uns in die „Montanas del fuego“, die Feuerberge, und den Nationalpark „Timanfaya“ auf die „Ruta de los Volcanes“ führte. Man fährt dort durch einen sonst unzugänglichen Teil des jüngsten Vulkanausbruchs der Insel und wird mit einer dreisprachigen Ausführung der dazu gehörenden Tagebuchaufzeichnungen eines Dorfpfarrers durch die Landschaft kutschiert, die neben ihrem besonderen optischen Reiz der vielfarbigen Kargheit vor allem deswegen für Paula interessant war, weil der Busfahrer ihre Freude bei Hubbeln und engen Kurven durch Lavazacken mitkriegte und deswegen besonders abenteuergerecht fuhr. Wir hatten Glück und saßen ganz vorne rechts, wo man wirklich am meisten sieht - und natürlich im unmittelbaren Kontakt zum Fahrer steht.

Im Anschluss an die Fahrt konnten wir noch in die Höhe schießendes (also schlicht überkochendes) Wasser sehen, das geysirartig aus einem zwei Meter tiefen Erdloch schoss, in das es ein Nationalparkangestellter zuvor gegossen hatte, und beobachten, wie ein paar trockene Zweige am Boden einer etwa ebenfalls zwei Meter tiefen Grube Feuer fingen. Ebenso beeindruckend war der Grill des Restaurants „El Diablo“ vor Ort, der nur durch die Hitze der Erde betrieben wird – ein Erdloch, das mit Lavasteinen umbaut ist und auf dem die Restaurant-Hühnerschenkel und Süßkartoffeln gegrillt werden. DAS ist Energieeffizienz. Nach der Ausfahrt aus dem Park waren wir großzügig und spendierten uns noch einen Mini-Dromedarausritt – das arme Tier! Die ganze Familie auf einem Dromedarrücken… „

Eigentlich hätte Papa an seinem Bestimmertag gerne noch das Manrique-Haus (er wohnte in fünf Lavablasen) gesehen, aber das war SO voll, dass wir einfach weiter gefahren sind und den Besuch auf unseren nächsten Lanzarote-Urlaub verschoben haben, der für den Winter 2011/2012 schon gebucht ist……

Anonym

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