Urlaub am Ossiacher See

- Ein Reisebericht -

Aus der grüngestrichenen Haustüre treten und sofort liegt mir ein Seepanorama zu Füßen: blausilberner Seespiegel, die dunklen Rücken der Tauern, Dobratsch und Oswaldiberg in der Ferne. Das kleine hellblaue Holzhaus auf der anderen Seeseite grüßt freundlich herüber. Am Campingplatz-Steg ist um diese frühe Morgenstunde noch nichts los. Kühles Seewasser umfängt mich, als ich zum Morgenbad in den See hinausschwimme. Die Seerosenknospen sind noch geschlossen, weil die Sonne gerade erst über den Tauernrücken hinüberspitzt.

Durch die Alpen ans Wasser!

Meine Tochter sagt: "Wir fahren mit dem großen Zug". Der Eurocity aus DB- und ÖBB-Waggons ist in etwas altmodische Abteile unterteilt. Das Kleinkindabteil haben wir für uns alleine, bis in Salzburg ein etwas seltsames Trio aus zwei Künstlern, etwas sprachbehindert, und einer Betreuerin einsteigt. Die beiden heißen Hermine und Johann und fahren auf eine Alm mit Atelier zum Malen. Johann hat tabakfleckige Finger und ist etwas fahrig, Hermine kann nur undeutlich sprechen und sagt zu Elisabeth: "Magst Du zu mir auf den Schoß?" Die nette Betreuerin hat auch eine Tochter namens Elisabeth, aber die ist schon siebenundzwanzig! Meine dagegen ist erst zwei. Sie schenkt uns ein Kipferl und sagt: "Mei, is des herzig, wie des Madl Ihnen ähnlich schaut!" Gemeinsam beobachten wir, wie der Zug sich durch die Berge windet und nachher zum Millstätter See wieder hinunterklettert. Durch das starke Bremsen dringt der Geruch von verbranntem Gummi ins Abteil. In Villach müssen wir alle aussteigen, die Künstler fahren weiter zu ihrer Alm und wir werden von meinen Eltern abgeholt. Nach einer heißen Autofahrt ist es endlich soweit: Wasser! Der erste Blick auf den See. Hier ist Kindheitsland. Die Burg Landskron, der Weg nach Annenheim, was haben wir da geblödelt - meine Schwester heißt nämlich Anne.

Ein Ausflug nach Feldkirchen

Einen Tag habe ich mir freigeschaufelt und wollte einmal die 25 Kilometer rund um den See radeln, aber dann schlage ich spontan den Radweg nach Feldkirchen ein. Hier kenne ich mich aus: am Tiebelbach entlang, an dem schönen Ferienhaus vorbei, das so einen riesigen einladenden Garten hat. Feldkirchen in kärnten ist nur ein kleines Örtchen, hat abber ein sehr verlockendes Spielzeug- und Schreibwarengeschäft, in dem wir schon früher an Regentagen unser Ferientaschengeld auf den Kopf gehauen haben. Skribo Breschan heißt das magische Wort - Micky-Maus-Hefte, Farbsstifte und Gummitiere zum Aufblasen (die dann mein Vater flicken musste).

Und das Essen

Einmal mindestens muss man im Urlaub zum Gasthof Schöffmann in St. Andrä gehen und richtig gut essen: Wiener Schnitzel, Backhendl, Cordon bleu, Kärntner Kasnudeln, Starnitzl zum Nachtisch und zum Trinken einen gespritzten Most oder Apfelsaft im kühl beschlagenen Glas. Das ist für mich Sommer. Und immer die Erinnerungen Wisst ihr noch, früher war da an der Ecke der winzige ADEG-Laden, wo wir unsere Lebensmittel eingekauft haben? Damals haben wir noch in einem anderen Ferienhaus gewohnt. Seit mehr als dreißig Jahren ist unsere Familie schon mit unserem Sommersee, dem Ossiacher See, verbunden, und mit meiner Tochter wächst ja nun die nächste Generation auch gleich in diese Tradition mit hinein.

Anonym

Ossiacher See

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