Urlaub in Andalusien - Europa mit anderen Augen

- Ein Reisebericht -

Andalusien, dass sind Gegensätze pur! Atlantik, mit rauen Wellen, dass Mittelmeer, lange endlose Sandstrände, raue Bergwelt, pulsierende Städte, dörfliche Idylle, christliches Abendland und muslimische Geschichte.

Wir sind zum dritten Mal an Spaniens südlichster Spitze zu Besuch, und immer noch faszinieren uns die Gegensätze und die wunderbare Landschaft. Diesmal hatten wir uns entschieden mehr Individualität zu geniessen und sind selbstorganisiert unterwegs gewesen. Glücklicherweise haben die spanischen Baubehörden hier nicht die gleichen Sünden wie an der Mittelmeerküste begangen, denn die Hotels sind in der Regel niedrig gebaut und stören nicht die wunderbare Landschaft. Für uns immer erste Anlaufstation – Cádiz – die Stadt, die über einen schmalen Landstreifen zu erreichen ist und einer Insel gleich im Meer liegt. Cadiz ist eng, verwinkelt und vermittelt einen ersten Eindruck des maurischen Andalusiens. Und wer in Cadiz ist, der sollte unbedingt über die alte Stadtmauer am Meer entlang gehen, denn von hier sind früher auch die spanischen Seefahrer Richtung Amerika aufgebrochen und Cadiz war auch das erste, was sie bei ihrer Rückkehr als erstes vom spanischen Festland zu sehen bekommen.

Ein weiteres Highlight und einen Anblick, an dem wir uns nie satt sehen werden, ist Sevilla, die größte Stadt Andalusiens. Sevilla, dass ist maurische Geschichte, eine pulsierende moderne Stadt mit zahlreichen Einkaufsmöglichkeiten, dem modernen ehemaligen Expo-Gelände und einer wunderschönen Altstadt. Die Altstadt findet jeder, der sich am weithin sichtbaren Glockenturm der Kathedrale von Sevilla orientiert. Die Kathedrale, im Übrigen eine der größten katholischen Kirchen überhaupt, ist auf den Fundamenten einer islamischen Moschee errichtet. Wer hinein geht, der erkennt die Pracht und den vergangenen Reichtum Spaniens und derjenige, der diesen Reichtum erst ermöglicht hat, der ist mitten in dieser Kirche beerdigt – Christoph Kolumbus! Ein weiteres Highlight ist für uns immer wieder der Aufstieg auf den Glockenturm, der einer langen Rampe gleicht, denn die maurischen Erbauer sind damals nicht zu Fuß, sondern mit dem Pferd in die Turmspitze geritten. Von hier oben hat man einen wunderbaren Blick über die Altstadt, die Dächer und natürlich auf den alten Königspalast, der direkt an die Kathedrale grenzt und der heute auch noch Mitgliedern der spanischen Königsfamilie als Herberge dient. Der Palast kann aber besichtigt werden und gehört auch immer wieder zu unseren Ritualen. Die einzelnen Räume des Palasts zeigen Stuckarbeiten von einzigartiger Schönheit und geben einen Eindruck wie die maurischen Erbauer es verstanden haben erfrischende Kühle in einen Palast zu locken, wenn die Umgebung, wie es für Sevilla im Hochsommer nicht ungewöhnlich ist, auch über 40 Grad klettern. In Sevilla sollte man unbedingt auch durch die Altstadt streifen und sich unbedingt einen Reiseführer zulegen. Sevilla ist halt Geschichte pur!

Ein weiteres Highlight Andalusiens sind die Pueblo blancos – die weißen Dörfer – die Trutzburgen gleich auf Bergspitzen thronen und schon aus der Ferne strahlen. Ronda auf dem Reiseplan einen festen Platz einräumen. In Ronda sollte man unbedingt über die Brücke des El Puente Nuevo gehen und den grandiosen Ausblick auf die Umgebung genießen.

Das absolute Highlight einer jeden Reise ist aber die Alhambra in Granada. Oberhalb der Stadt liegt der Palast der maurischen Kalifen und obwohl wir zum wiederholten Mal dieses unglaubliche Bauwerk besuchen, werden wir nicht müde uns an der Faszination satt zu sehen. Von außen betrachtet ist die Alhambra und insbesondere die Schönheit nicht auf den ersten Blick zu erahnen. Denn zuerst geht man über den allgemein zugänglichen Teil der Anlage, der vom Palast Karls V. dominiert wird. Unbedingt nicht versäumen haben sollte man eine Blick von der Palastmauer auf Granada. Und jedes Mal, wenn wir in den Hauptteil eintreten ist es für uns so, als ob wir in hunderte von Jahren zurückkatapultiert werden in eine Zeit, in der Spanien unter maurischen Einfluss stand. Die Stuckarbeiten, die unglaublichen Wandarbeiten, die malerischen Innenhöfe, all das lässt ansatzweise vermuten, wie groß der Unterschied zwischen dem noch im Mittelalter verharrenden Europa und der Südspitze Spaniens gewesen ist. Und hier überkommt uns immer wieder der Wunsch, dass die größten Glaubensgemeinschaften im mediterranen Raum einmal auf das zurückblicken, was möglich ist, wenn jeder die Stärken des anderen nutzt. Denn immer dann, wenn Christen, Juden und Muslime an einem Strang gezogen haben, immer dann hat sich die Pracht und der Reichtum auch in Andalusien entfaltet.

Jürgen Klose

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