Wunderbar wanderbar - der Harz

- Ein Reisebericht -

Als weisungsgebundene Menschen im Job möchten wir nicht auch noch im Urlaub fremdbestimmt sein. Deswegen kommt für uns auch nur eine Reise in Betracht, die selbstorganisiert ist. Meist geschieht das bei uns sogar recht kurzfristig und spontan. Sobald wir wissen, in welche Region wir reisen möchten, suchen wir uns im Internet eine nette Unterkunft und schon kann es losgehen.

Dieses Jahr waren früh dran mit einem Wanderurlaub. Ende März im Harz kann man auch schnell mal Schneetreiben und bittere Kälte erleben. Doch wir hatten Glück und kamen bei gemütlichen 20 Grad im Quedlinburg an.

Schon dieses Städtchen, das für die nächsten fünf Tage unsere „Basisstation“ sein sollte, war ein reiner Glücksgriff. Überall altes Fachwerk, wohin das Auge reicht. Teils liebevoll saniert, teils im Bau, teils noch eine Ruine. Und in einem dieser Fachwerkhäuser, zentral in Marktplatznähe, lag auch unsere Ferienwohnung. Schnell hatten wir Quartier bezogen und die Umgebung erkundet. Von Freunden hatten wir den Tipp bekommen, zum Abend unbedingt das Lokal „Prinz Heinrich“ aufzusuchen. Der Tipp war Gold wert. Ein gemütliches Lokal mit anständiger Küche und respektabler Weinkarte. Uns war schnell klar, es muss ein Tröpfchen Saale-Unstrut sein. Gesättigt und ganz leicht beschwipst beendeten wir den ersten Abend dann auch recht zeitig. Für den nächsten Tag hatten wir uns eine Wanderung auf den Brocken vorgenommen, und den Aufstieg – so meinten wir – macht mal nicht so eben nebenbei. Wie wahr!

Nach dem Frühstück mit frischen Brötchen vom Markt ging es dann auch zeitig mit dem Auto nach Schierke, etwa zwanzig Minuten zu fahren. Schnell war ein kostenfreier Parkplatz in Nähe der alten Bobbahn gefunden. Dort war auch gleich der Einstieg für den Aufstieg. Um es vorweg zu nehmen – ganze zwei Stunden haben wir für die noch nicht einmal zehn Kilometer benötigt. Warum? Nun, nach einem Kilometer wurde aus dem Wanderweg eher eine steinige Rinne, teilweise von Schneeflecken bedeckt, die wir uns hocharbeiten mussten. Von Stein zu Stein bewegten wir uns vorwärts und kamen uns vor wie in einem Abenteuerurlaub. Wir mussten so genau auf jeden unserer Schritte achten, dass wir gar nicht wahrnehmen konnten, wie beschwerlich der Aufstieg war. Er hat einfach nur Spaß gemacht. Wir allein, um uns herum nur lauschelig anmutende Zauberwald, keine Menschenseele weit und breit. So macht Wandern richtig Spaß. Oben angekommen, zum Teil mit Unterstützung eines kräftigen Rückenwindes, der leider nach der nächsten Kehre kräftiger Gegenwind wurde, wurden wir für die Strapazen mit einem wunderbaren Fernblick belohnt. Und mit einer köstlichen Erbsensuppe, die wir uns im Bahnhofslokal „Brockenwirt“ genehmigten. Gestärkt machten wir uns auf den Rückweg, der sich vom Hinweg nur darin unterschied, ein anderer Weg zu sein, ansonsten kletterten wir wieder überwiegend eine steinige Rinne hinunter, aber eben eine andere. Der Muskelkater war vorprogrammiert, aber den haben wir für das Erlebnis Brocken gern in Kauf genommen. Und die Wanderung am nächsten Tag sollte eine etwas leichtere sein.

Durch das Selketal, so hatten wir gedacht, wird es nicht allzu viele heftige Steigungen geben und machten uns auf dem Weg mit dem Auto nach Mägdesprung. Wir sollten Recht behalten. Der Weg führt entlang der Selke und hat ein sehr leichtes Profil. Das Backhaus, das wir nach etwa fünf Kilometern erreichten, ist ein wahrer Ausflugstipp. In einem gemütlichen Garten kann man sich dort mit Kuchenköstlichkeiten aus eigener Herstellung stärken. Und auch die herzhaften Gerichte wie die Schmalzstulle schmecken in dieser Umgebung einfach herrlich. Nach dieser Stärkung ging es weiter, das nächste Ausflugslokal, die Selkemühle, links liegen lassend, und wir haben den Aufstieg zur Burgruine Anhalt gewagt. Diese gefühlte Rampe war mit Muskelkater etwas beschwerlich, aber machbar. Oben angekommen erwartete uns wenig Burg und viel Ruine, dafür eine wunderbare Stimmung, in die wir eintauchen konnten.

Für den nächsten Tag war eine Wanderung entlang der Bode von Thale (mit dem Auto etwa eine halbe Stunde zu fahren) nach Treseburg auf dem Plan. Auch ein eher gemütlicher Weg mit vielen Hexenbegegnungen, wie sich das für einen Märchenwald – so erschien es uns – gehört. Immerhin war auf dem Berg über uns der Hexentanzplatz. Zunächst führt der Weg recht steil über Stock und Stein, aber nach zwei Kilometern wird er zum bequemen Pfad. In Treseburg angekommen mussten wir auch nicht lange auf den Bus warten, der uns zurück nach Thale und zum Auto brachte.

Ein weiteres Wanderhighlight hatten wir am nächsten Tag an der Steinernen Renne. Ein Weg, der seinem Namen große Ehre macht, besonders auf dem letzten Abschnitt hoch zum Lokal. Am Lokal angekommen, bot sich uns ein wunderbares Naturschauspiel mit der wilden Renne im Mittelpunkt.

Der nächste Tag war dann leider auch schon der Abreisetag. Dennoch ließen wir es uns nicht nehmen, zumindest noch eine Wanderung in Blankenburg zu unternehmen. Blankenburg lag ja fast auf unserem Heimweg. Ein Gang zum alten Kloster Michaelstein war da allemal noch drin. Zurück am Ausgangspunkt an den historischen Fischteichen haben wir beschlossen: Das war nicht unser letzter Urlaub im Harz.

Anonym

Quedlinburg

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